03 April 2026, 12:11

EMAF-Festival in Osnabrück gerät wegen palästinensischer Künstlerin in die Kritik

Plakat für ein Festival in München mit einem Bild einer Frau umgeben von Menschen und Bäumen mit Text.

EMAF-Festival in Osnabrück gerät wegen palästinensischer Künstlerin in die Kritik

Das Europäische Medienkunstfestival (EMAF) in Osnabrück sieht sich mit Kritik an seiner Entscheidung konfrontiert, einen Kurzfilm der palästinensischen Künstlerin Larissa Al-Sharif zu zeigen. Im Mittelpunkt der Kontroverse stehen nicht ihr künstlerisches Werk, sondern ihre politischen Positionen. Lokale und regionale Verantwortliche haben sich von dem Festival distanziert, auch wenn dessen Finanzierung weiterhin gesichert bleibt.

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Das diesjährige EMAF, das unter dem Motto "Eine unvollendete Versammlung" steht, setzt sich mit künstlerischer Freiheit und Verantwortung auseinander. Das Programm umfasst Arbeiten palästinensischer Künstler:innen ebenso wie jüdische und israelische Perspektiven. Doch die Aufnahme von Al-Sharifs "Morning Circle" hat eine Welle der Empörung ausgelöst.

Al-Sharif wird Antisemitismus sowie Unterstützung für die BDS-Bewegung (Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen) vorgeworfen. Kritiker verweisen auf ihre Aktivitäten in sozialen Medien, darunter ein Halloween-Foto, das die künstlerische Leiterin des Festivals als mehrdeutig bezeichnet. Der Osnabrücker Kulturdezernent gab zu, dass man sich gewünscht hätte, ihr Beitrag wäre nicht Teil des Programms gewesen.

Sowohl die Stadt Osnabrück als auch Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) haben sich öffentlich von der Veranstaltung distanziert. Dennoch betonte die Landesregierung, sie respektiere die programmatischen Entscheidungen des Festivals, während sie gleichzeitig Antisemitismus eindeutig verurteile. Die Förderung des EMAF bleibt unverändert.

Die BDS-Bewegung steht in Deutschland seit Jahren unter wachsendem Druck. 2026 wurde eine Studierendenvertretung der Hertie School abgesetzt, nachdem sie BDS-nahe Boykottaufrufe unterstützt hatte. Proteste gegen Israels Teilnahme an EU-Programmen und öffentliche Debatten haben die gesellschaftlichen Gräben weiter vertieft. Die politischen Lager bleiben gespalten – so lehnte die Partei Die Linke noch 2025 die IHRA-Definition von Antisemitismus ab.

Das Festival findet wie geplant statt, Al-Sharifs Film bleibt Teil des Programms. Die Verantwortlichen bekräftigen ihre Haltung gegen Antisemitismus, greifen aber nicht in die künstlerischen Entscheidungen ein. Die Diskussion zeigt die anhaltenden Spannungen zwischen freier Meinungsäußerung und politischer Verantwortung im Kulturbetrieb auf.

Quelle