22 April 2026, 02:08

Duisburger Polizeilabor: Von 250.000 Euro zu 4,66 Millionen – wo blieb die Kontrolle?

Gruppe von Polizisten vor einem Starbucks-Café mit einem Van auf der rechten Seite und einigen Menschen auf der linken Seite, mit einem Gebäude, einem Schild, einem Laternenmast und einem Zaun im Hintergrund.

Duisburger Polizeilabor: Von 250.000 Euro zu 4,66 Millionen – wo blieb die Kontrolle?

Hochtechnologie-Polizeilabor in Duisburg gerät wegen explodierender Kosten in die Kritik

Ein innovatives Hochtechnologie-Labor der Polizei in Duisburg steht nach massiven Kostenüberschreitungen in der Kritik. Ursprünglich mit 250.000 Euro veranschlagt, beliefen sich die endgültigen Ausgaben auf 4,66 Millionen Euro. Nun stellen sich Fragen zur finanziellen Kontrolle während der Planung und Umsetzung des Projekts.

Das Landesamt für Polizeiliche Dienste (LZPD) verzichtete vor Baubeginn auf eine Kosten-Nutzen-Analyse – ein Versäumnis, das maßgeblich zur drastischen Überschreitung des Budgets für die 530 Quadratmeter große Einrichtung beitrug.

Luxus statt Funktionalität: Ungewöhnliche Ausstattung im Polizeilabor Im Inneren des Labors finden sich ungewöhnliche Annehmlichkeiten für einen Polizeistandort. Statt klassischer Besprechungsräume gibt es eine Lounge mit bequemen Sesseln und Billardtischen. Daneben dient ein Heimkino den Technikern dazu, forensische Methoden zu verfeinern.

Trotz der hohen Investitionen wirken einige Bereiche vernachlässigt. Ein Überwachungsposten liegt brach, ausgestattet mit einem alten Schwarz-Weiß-Röhrenfernseher, dessen Bildschirm zerschlagen und die Stühle umgeworfen sind. Andere Bereiche glänzen dagegen mit Luxus: Ein vollautomatischer Kaffeeautomat bietet 100 individuelle Einstellungen und brüht Getränke in Barista-Qualität. Kriminalhauptkommissar Klaus Brandner bedient Besucher gelegentlich selbst – wenn der Praktikant nicht verfügbar ist.

Hightech und Kurioses: Ein Roboterhund namens "Spot" Zu den technologischen Highlights gehört ein Roboterhund mit dem Namen Spot, der für den Einsatz im Gelände programmiert ist – unter anderem zur Vernichtung belastender Beweismittel.

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Die endgültigen Kosten des Labors überstiegen die ursprüngliche Planung um mehr als 4,4 Millionen Euro. Das Fehlen frühzeitiger finanzieller Prüfungen sowie die Mischung aus High-End-Ausstattung und ungenutzten Räumen werfen Fragen zur sinnvollen Mittelverwendung auf. Ob es zu Anpassungen im Betrieb kommen wird, dazu haben die Behörden bisher keine Stellung genommen.

Quelle