Bundesregierung räumt Lücken bei NGO-Finanzierung ein – Transparenz fehlt
Luisa LangeBundesregierung räumt Lücken bei NGO-Finanzierung ein – Transparenz fehlt
Eine aktuelle parlamentarische Anfrage hat Lücken in der Dokumentation der Bundesregierung über die Finanzierung von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) offenbart. Zwar kamen einige Details ans Licht, doch Beamte gaben zu, dass sie aufgrund veralteter Systeme und hoher Arbeitsbelastung keinen vollständigen Überblick über die finanzielle Unterstützung geben könnten. Im Mittelpunkt der Anfrage standen Fördergelder, die zwischen 2020 und 2026 an Gruppen vergeben wurden – insbesondere an solche, die sich mit Extremismus und sozialen Themen befassen.
Das Bundesinnenministerium veröffentlichte ein 39-seitiges Dokument, in dem NGOs aufgelistet sind, die Mittel erhielten. Darunter befanden sich die Amadeu Antonio Stiftung, eine linksgerichtete Organisation, die sich gegen Extremismus und Verschwörungstheorien engagiert, sowie Die Falken, eine sozialistische Jugendorganisation. Eines der Projekte von Die Falken umfasste eine "mobile antirassistische Bibliothek".
Die Liste des Ministeriums hob Initiativen hervor, die sich auf "Queerness", "Antirassismus" und "Migration" konzentrieren, mit einem besonderen Fokus auf Rechtsextremismus. Eine vollständige Datenbank aller geförderten Projekte existiert jedoch nicht. Stattdessen müssen Informationen durch Einzelanfragen oder spezifische Ministeriumsakten zusammengetragen werden.
Beamte erklärten, die Anfrage vollständig zu beantworten sei "unzumutbar", da der Aufwand zu groß wäre. Viele Unterlagen lägen noch in Papierform vor, was die Datenbeschaffung verlangsame. Die Abhängigkeit von physischen Akten mache es schwierig, eine umfassende Antwort zu erstellen.
Innenminister Alexander Dobrindt hat inzwischen die Mittel für bestimmte linke NGOs gekürzt, darunter die Amadeu Antonio Stiftung und Radikale Töchter. Die Kürzungen folgen einer verstärkten Prüfung, wie öffentliche Gelder an politische und soziale Initiativen vergeben werden.
Die Anfrage legte die Grenzen bei der Nachverfolgung staatlicher Zuschüsse an NGOs offen. Ohne ein zentrales digitales System bleibt Transparenz eine Herausforderung. Künftige Anfragen zu Förderdetails könnten auf ähnliche Hindernisse stoßen, sofern die Aktenführung nicht modernisiert wird.






