20 April 2026, 00:17

Betriebliche Altersvorsorge: Warum sie oft teurer kommt als gedacht

Schwarzes und weißes Bild eines Mannes mit einem alten Pensionszertifikat betitelt "brevet de pension".

Betriebliche Altersvorsorge: Warum sie oft teurer kommt als gedacht

Rund 19,49 Millionen Menschen in Deutschland besitzen eine betriebliche Altersvorsorge – ein Modell, das die Rentenansprüche direkt an den Arbeitgeber knüpft. Zwar bieten solche Verträge eine Möglichkeit, zusätzliches Einkommen für den Ruhestand aufzubauen, doch sind sie mit strengen Regeln und finanziellen Nachteilen verbunden, die Beschäftigte sowohl während ihrer Erwerbstätigkeit als auch im Rentenalter belasten können.

Die betriebliche Altersvorsorge ist eng an den Arbeitgeber gebunden, was bei einem Jobwechsel zu Komplikationen führen kann. Ein Wechsel zu einem neuen Anbieter ist oft mit Gebühren verbunden, und Arbeitgeberzuschüsse können verloren gehen, wenn der Arbeitnehmer das Unternehmen innerhalb der ersten drei Jahre verlässt. Der Vertrag selbst lässt sich in der Regel nicht kündigen, verkaufen oder vorzeitig auflösen – außer in seltenen Ausnahmefällen.

Während der Ansparphase haben Beschäftigte keinen Einfluss darauf, wie ihre Beiträge angelegt werden. Wer über eine Gehaltsumwandlung einzahlt – etwa 180 Euro monatlich –, muss zudem mit Kürzungen bei der gesetzlichen Rente rechnen. Über einen Zeitraum von 30 Jahren könnte ein Durchschnittsverdiener dadurch etwa einen Rentenpunkt verlieren, was die monatliche gesetzliche Rente um rund 40 Euro schmälert.

Im Ruhestand unterliegen die Auszahlungen aus der betrieblichen Altersvorsorge in voller Höhe der Einkommensteuer – und zwar nach dem persönlichen Steuersatz des Empfängers. Hinzu kommen die vollen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, die sowohl den Arbeitnehmer- als auch den Arbeitgeberanteil umfassen. Einziger Lichtblick: Ein steuerfreier Zuschuss zur Krankenversicherung, der bis 2026 auf 197,75 Euro monatlich steigen soll.

Für Millionen Deutsche bedeutet die betriebliche Altersvorsorge zwar eine zusätzliche Einnahmequelle im Ruhestand, doch sind die Einschränkungen beträchtlich. Die Regelungen zu Übertragungen, Steuern und Sozialabgaben zwingen Arbeitnehmer dazu, die langfristigen Kosten genau abzuwägen, bevor sie sich binden. Wer den Job frühzeitig wechselt oder auf Gehaltsumwandlung setzt, könnte später mit unerwarteten finanziellen Einbußen konfrontiert werden.

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