23 March 2026, 18:07

Bergisch Gladbachs Haushaltsstreit: CDU fordert radikale Kürzungen und gezielte Investitionen

Schwarz-weiß-Karte einer Stadt mit einem Fluss, beschriftet mit "Vorgeschlagenes S-Bahn-Projekt" auf der linken Seite, zeigt Straßen, Autobahnen und Stadtmerkmale.

Bergisch Gladbachs Haushaltsstreit: CDU fordert radikale Kürzungen und gezielte Investitionen

Haushaltsverhandlungen in Bergisch Gladbach erreichen kritische Phase

In Bergisch Gladbach sind die Haushaltsgespräche in eine entscheidende Phase getreten: Die CDU drängt auf massive Kürzungen und gezielte Ausgaben. Michael Metten, Vorsitzender der CDU-Fraktion, umriss auf einer jüngsten Veranstaltung des BürgerClubs die Prioritäten seiner Partei. Die Diskussionen finden vor dem Hintergrund einer angespannten Finanzlage der Stadt statt, in der es derzeit keine regierende Koalition gibt, die Entscheidungen beschleunigen könnte.

Metten bezeichnete die aktuellen Verhandlungen als eine der anspruchsvollsten Phasen in der Kommunalpolitik. Der Entwurf des Haushaltsplans für 2024/2026 sieht die Schaffung von 41 neuen Verwaltungsstellen vor, darunter Positionen in der Öffentlichkeitsarbeit und in sozialen Medien. Die CDU schlägt jedoch vor, diese auf nur 12 oder 13 zu begrenzen und so Personalausgaben einzusparen.

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Gleichzeitig unterstützt die Partei die Einstellung spezifischer Fachkräfte, etwa von Bauleitern für Schulen und Straßen sowie zwei zusätzlicher Mitarbeiter für den Ordnungsdienst. Trotz der knappen Kassen betonte Metten die Notwendigkeit von Investitionen in Schulen, die Straßeninfrastruktur und das Entwicklungsgebiet Zanders. Statt eines neuen Skateparks regte er an, bestehende Sporteinrichtungen zu sanieren.

In der Stadtplanung forderte Metten einen offenen Wettbewerb zur Gestaltung der Zukunft der Stadthäuser. Eine Zusammenarbeit mit der AfD schloss er kategorisch aus – selbst wenn deren Stimmen für eine Mehrheit hilfreich wären. Zwar könnten CDU, SPD und Grüne in Haushaltsfragen Kompromisse finden, doch Metten machte klar, dass dies nicht zu einer formalen Koalition oder langfristigen Partnerschaft führen werde.

Ein weiterer Streitpunkt sind die Grundsteuererhöhungen. Die CDU will den vorgeschlagenen Anstieg um 100 Punkte auf nur 25 Punkte begrenzen, um die Belastung für die Bürger zu verringern, ohne die Einnahmenlücke zu ignorieren. Als stärkste Fraktion im Rat besteht die Partei darauf, dass ihr Wählerauftrag die endgültigen Haushaltsentscheidungen prägen muss.

Das Ergebnis der Verhandlungen wird entscheiden, wie Bergisch Gladbach in den kommenden Jahren Mittel für wichtige Dienstleistungen und Infrastruktur verteilt. Sollten die CDU-Vorschläge durchgesetzt werden, würden einige Bereiche mit weniger Personal auskommen müssen, während gezielt Stellen im Bildungswesen und im Ordnungsdienst ausgebaut werden könnten. Der finanzielle Kurs der Stadt für die nächsten zwei Jahre hängt nun davon ab, ob ein Kompromiss zwischen den widerstreitenden Prioritäten gefunden wird.

Quelle