17 March 2026, 10:08

Apotheker streiken bundesweit: Am 23. März 2026 bleibt alles zu

Eine große Gruppe von Menschen nimmt an einer Black Lives Matter Demonstration in Berlin teil, einige halten Schilder und andere tragen Mützen und Taschen, während im Vordergrund ein Fahrrad und im Hintergrund Bäume und ein Pfahl zu sehen sind.

Apotheker streiken bundesweit: Am 23. März 2026 bleibt alles zu

Apotheker in ganz Deutschland schließen am 23. März 2026 für bundesweite Proteste

Am 23. März 2026 werden Apotheken in ganz Deutschland ihre Türen schließen, um sich an landesweiten Demonstrationen zu beteiligen. Die Proteste fordern dringend wirtschaftliche Unterstützung für einen Sektor, der unter massivem finanziellen Druck steht. Kundgebungen finden in vier Großstädten statt, wobei die zentrale Veranstaltung in Düsseldorf Tausende Teilnehmer erwarten wird.

Die Hauptkundgebung in Düsseldorf dauert von 12:00 bis 13:00 Uhr, doch die Organisatoren rufen dazu auf, sich bereits ab 11:00 Uhr am Burgplatz zu versammeln. Ziel ist es, möglichst viele Kollegen zur Teilnahme zu bewegen – betont wird die Notwendigkeit von Geschlossenheit. Thomas Preis, Vorsitzender des Apothekerverbandes Nordrhein (AVNR), hebt die Solidarität als entscheidend für den Erfolg der Kampagne hervor.

Im Mittelpunkt der Proteste stehen längst überfällige Gebührenerhöhungen, die Gesundheitsministerin Nina Warken zugesagt hatte. Apothekerverbände berichten, dass rund 30 Prozent der deutschen Apotheken – insbesondere in Sachsen – mit Verlusten arbeiten oder vor dem wirtschaftlichen Kollaps stehen. Zu den zentralen Problemen zählen stagnierende Erstattungssätze (seit 2013 bei 8,35 Euro pro Packung eingefroren), während die Betriebskosten um 65 Prozent gestiegen sind.

Hinzu kommen Arzneimittelengpässe (über 500 Medikamente betroffen), steigende Personalkosten (Mindestlohn jetzt bei 13,90 Euro plus Tariferhöhungen) sowie die Konkurrenz durch Online-Anbieter. Der AVNR warnt, dass dringend finanzielle Anreize nötig sind, um weitere Schließungen zu verhindern.

Um die Teilnahme zu erhöhen, hat der AVNR kostenlose Busse für Mitglieder organisiert. Die Verbindungen führen von großen Städten in Nordrhein – darunter Aachen, Bonn, Duisburg, Essen, Köln und Wuppertal – zur Demonstration nach Düsseldorf.

Während der Proteste bleiben die Apotheken für den Tag geschlossen, parallel finden in vier Städten Kundgebungen statt. Die Organisatoren bestehen darauf, dass wirtschaftliche Entlastungen ohne Verzögerung und ohne Auflagen kommen müssen. Das Ergebnis könnte entscheiden, ob vor allem die kämpfenden Apotheken in Sachsen in den kommenden Jahren überlebensfähig bleiben.

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