03 April 2026, 08:07

AfD zerrissen: Machtkampf um USA, Russland und die Zukunft der Partei

Plakat mit einer Karte der Sowjetunion in Rot und Blau, begleitet von Text und Bildern, die den Konflikt zwischen zwei Ländern darlegen.

AfD zerrissen: Machtkampf um USA, Russland und die Zukunft der Partei

Ein erbitterter Streit über die Außenpolitik reißt die rechtspopulistische AfD in Deutschland entzwei. Die Partei, die lange mit prorussischen Positionen assoziiert wurde, steht nun vor tiefen inneren Spaltungen in ihrer Haltung zu den USA, der NATO und extremistischen Vorstößen. Aktuelle Konflikte haben die Spannungen zwischen der Parteiführung und Mitgliedern, die sich für westliche Bündnisse aussprechen, offenbart.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Im Mittelpunkt des Streits stehen gegensätzliche Visionen: Einige fordern eine engere Anbindung an die USA, andere verlangen den vollständigen Abzug amerikanischer Truppen aus Deutschland.

Die AfD hatte Donald Trump zunächst nach seiner Amtseinführung 2017 als Verbündeten gesehen. Seine nicht-interventionistische Rhetorik passte zu ihrem Programm für 2025, das auf Nichteinmischung und die Prinzipien der UN-Charta setzte. Doch Ende 2025 zeigten sich erste Risse.

Trumps Militärschläge gegen den Iran und Venezuela lösten Gegenreaktionen aus. Der AfD-Co-Vorsitzende Tino Chrupalla äußerte "maßlose Enttäuschung" und warf Trump vor, seine Wahlkampfversprechen gegen Kriege gebrochen zu haben. Ängste vor einer weiteren Eskalation – sogar vor einem Dritten Weltkrieg – kamen auf, während prorussische Kräfte im ostdeutschen Parteiflügel die Spannungen verschärften.

Die Spaltung vertiefte sich, als Chrupalla den Abzug der US-Truppen aus Deutschland forderte. Der AfD-Bundestagsabgeordnete Maximilian Krah widersprach öffentlich und argumentierte, Deutschland brauche "starke Partner". Der verteidigungspolitische Sprecher Rüdiger Lucassen, ein entschiedener Befürworter westlicher Bündnisse, sah sich mit Versuchen konfrontiert, ihn aus seinen Ämtern zu drängen. Er hatte Russland als größte Bedrohung für die östliche NATO-Flanke bezeichnet – was ihm den Zorn des prorussischen Flügels um Björn Höcke einbrachte.

Ein weiterer Eskalationspunkt war ein von dem Verteidigungsexperten Hannes Gnauck ausgearbeitetes Positionspapier, das im Iran-Konflikt die USA unterstützte. Die Parteivorsitzenden Alice Weidel und Chrupalla blockierten dessen Veröffentlichung. Gleichzeitig bestehen die Verbindungen zur MAGA-Bewegung Trumps fort, trotz Kritik an Skandalen wie dem Epstein-Fall und personellen Umbrüchen in dessen Kabinett.

Auch die Distanzierung von Martin Sellners "Remigrations"-Plänen fällt der AfD schwer. Der Vorschlag, der selbst deutsche Staatsbürger treffen könnte, wurde vom Bundesverwaltungsgericht als "verfassungswidrig" und "Verstoß gegen die Menschenwürde" eingestuft. Kritiker werfen der Partei vor, dass ihre Weigerung, solche Ideen klar zurückzuweisen, ihre Glaubwürdigkeit untergräbt.

Nun droht der AfD eine Spaltung in der Außenpolitik: Während einige Mitglieder die NATO und die Zusammenarbeit mit den USA stärken wollen, drängen andere auf Truppenabzüge und eine Annäherung an Russland. Die Unfähigkeit der Partei, diese Konflikte zu lösen oder sich eindeutig von extremistischen Vorstößen zu distanzieren, birgt das Risiko, weitere Wähler und Bündnispartner zu verlieren.

Rechtliche Urteile gegen Akteure wie Sellner und die anhaltenden internen Machtkämpfe um Trumps Erbe erhöhen den Druck. Das Ergebnis könnte die politische Zukunft der AfD entscheidend prägen.

Quelle