17 March 2026, 04:06

ZDK startet radikale Strukturreform – und stellt sich gegen den ZVK

Deutsches Aktienzertifikat für "Schweiz Wagons-Fabrik A.G." mit blauem Rand und gedrucktem Text.

ZDK startet radikale Strukturreform – und stellt sich gegen den ZVK

Deutschlands Autohandelsverband ZDK startet grundlegende Strukturreform

Die Umwälzungen erfolgen auf dem Höhepunkt der Spannungen mit dem Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZVK). Mit den neuen Regeln sollen die Rollenverteilung klargestellt, die Transparenz erhöht und öffentliche Streitigkeiten zwischen den beiden Verbänden verhindert werden.

Die Reformen folgen auf monatelange juristische Auseinandersetzungen und Meinungsverschiedenheiten über die Finanzierung. Der ZVK hatte zuvor gefordert, bis Oktober 2025 95 Prozent der Mitgliedsbeiträge des ZDK zu erhalten.

Bereits im Januar hatte der ZDK satzungsrechtliche Änderungen eingeführt und diese als Reaktion auf die "Realitäten der Branche" begründet. Eine zentrale Neuerung sieht eine strikte Trennung zwischen ZDK und ZVK vor – damit endet die bisherige Praxis, gemeinsames Personal in Gremien einzusetzen. Ausschüsse sollen künftig rein beratend tätig sein, öffentliche Stellungnahmen mit widersprüchlichen Inhalten werden untersagt.

Die überarbeiteten Mitgliedschaftsregeln verlangen nun einen Vertreter aus der Handwerksführung, während Personalentscheidungen auf die Mitgliederversammlung übergehen. Zudem hat der ZDK direkte Wege für Werkstätten geschaffen, um der Bonner Zentrale beizutreten – ein Schritt, der die zersplitterte Organisationsstruktur verringern soll.

Hinter den Kulissen hat sich der Streit um Gebühren für Fahrzeugprüfungen als Rechtsfrage weitgehend erledigt. Ungelöst bleiben jedoch die grundsätzlichen Konflikte um Governance und Finanzierung. Trotz der Trennung lässt der ZDK dem ZVK eine schmale Tür für eine Rückkehr zur Zusammenarbeit offen.

Um Bedenken in den betroffenen Regionen zu zerstreuen, plant der ZDK eine intensivere Dialogoffensive. Unternehmen sollen detailliert über die Gründe und möglichen Folgen eines Austritts aus den gemeinsamen Strukturen informiert werden.

Die Reform verändert die Arbeitsweise des ZDK grundlegend: Strengere Kontrollen bei Kommunikation und Mitgliedschaft sind vorgesehen. Zwar haben die juristischen Auseinandersetzungen um Gebühren an Schärfe verloren, doch der Kernkonflikt dreht sich nach wie vor um Machtverhältnisse und finanzielle Forderungen. Die künftige Rolle des ZVK bleibt vorerst ungewiss – auch wenn die Tür zu einer erneuten Kooperation noch nicht ganz geschlossen ist.

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