Wohnraum wird knapp: Mieter zahlen gleich, bekommen bis zu 29 Quadratmeter weniger
Lukas LehmannWohnraum wird knapp: Mieter zahlen gleich, bekommen bis zu 29 Quadratmeter weniger
Bezahlbarer Wohnraum in Deutschland schwindet rasant. Eine neue Studie zeigt, dass Mieter:innen in 60 der 80 größten Städte des Landes für dieselbe Miete heute mindestens 10 Prozent weniger Wohnfläche erhalten als noch 2020. Besonders hart trifft der Trend die Ballungsräume – in einigen Regionen sind die Verluste noch deutlicher.
Am dramatischsten ist die Entwicklung im Ruhrgebiet. In Gelsenkirchen bekommen Mieter:innen für ihr Geld heute 29 Quadratmeter weniger als vor vier Jahren. Auch in benachbarten Städten wie Hamburg und Mainz ging die Fläche spürbar zurück – um 12 beziehungsweise neun Quadratmeter. Berlin folgt mit einem Minus von 16 Quadratmetern seit 2022 dicht dahinter.
Die Zahlen aus Wiesbaden verdeutlichen das Problem: Im März 2022 sicherte eine Kaltmiete von 1.000 Euro noch eine durchschnittliche Wohnung mit 91 Quadratmetern. Bis März 2026 schrumpfte die Fläche bei gleichem Budget auf 82 Quadratmeter – ein Rückgang um 9,9 Prozent.
Als Gründe für die Entwicklung nennen Expert:innen vor allem steigende Baukosten, höhere Instandhaltungskosten und die Zinswende, die die Mieten in die Höhe treiben. Zudem sorgen Nachfrageverschiebungen und Spillover-Effekte aus teuren Metropolen für Preissteigerungen in angrenzenden Regionen, darunter auch im Ruhrgebiet.
Theo Mseka, CEO des Immobilienportals Immowelt, warnt, dass sich die Lage ohne gezielte Förderung des Wohnungsbaus weiter verschärfen werde. Ohne Gegenmaßnahmen drohe ein Teufelskreis aus schrumpfenden Wohnflächen und weiter steigenden Mieten.
Die Studie unterstreicht eine zunehmende Wohnungsnot in ganz Deutschland. In den meisten Großstädten müssen Mieter:innen für dasselbe Geld mit weniger Platz auskommen. Ohne politische Eingriffe wird sich der Trend zu sinkender Bezahlbarkeit und engerem Wohnraum voraussichtlich fortsetzen.






