"Unter Druck": Wie politische Plakate die Demokratiegeschichte Hessens erzählen
Lukas Lehmann"Unter Druck": Wie politische Plakate die Demokratiegeschichte Hessens erzählen
Im Hessischen Landtag ist eine neue Ausstellung eröffnet worden, die die Wirkung politischer Plakate untersucht. Unter dem Titel "Unter Druck: Politische Plakate" wurde sie im Rahmen des Parlamentarischen Kulturabends von Landtagspräsidentin Astrid Wallmann präsentiert. Die Schau ist Teil des Programms der "World Design Capital Frankfurt Rhein-Main 2026" und steht unter dem Motto "Design für Demokratie".
Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit zwischen dem Hessischen Landtag und dem Museum Wiesbaden. Den Auftakt bilden 80 Plakate aus den Jahren 1918 bis 1933, die die bewegte politische Landschaft der Weimarer Republik widerspiegeln. Zu sehen sind Werke der Deutschen Demokratischen Partei (DDP), der Sozialdemokraten (SPD) und der Nationalsozialisten (NSDAP) sowie von extrem linken und rechten Bewegungen. Die Plakate offenbaren die tiefen Gräben der Zeit: Während die DDP mit ihren Entwürfen demokratische Ausgewogenheit bewarb, setzte die SPD auf Bilder jugendlicher Freiheit, während die NSDAP-Propaganda autoritäre Kontrolle propagierte.
Der zweite Teil der Ausstellung zeigt Plakate aus Hessen und der Bundesrepublik von 1945 bis zu den ersten Landtagswahlen nach der Wiedervereinigung. Ein 144-seitiger Katalog, der in Kooperation mit dem Museum Wiesbaden entstanden ist, begleitet die Schau. Zudem können Besucher vom 20. März bis 11. April an Führungen teilnehmen.
Im Rahmen der Ausstellung fand eine Podiumsdiskussion über den Einfluss von Wahlplakaten statt, an der René Grohnert, Timon Gremmels und Astrid Wallmann teilnahmen. Die Veranstaltung wurde von Dr. Peter Forster moderiert. Am 11. April bleibt die Ausstellung im Rahmen der "Kurzen Nacht der Museen und Galerien" länger geöffnet und bietet freien Eintritt ohne Anmeldung.
Die Schau ist Teil der Initiative "World Design Capital 2026" und zeigt, wie politische Plakate über Jahrzehnte hinweg die öffentliche Meinung geprägt haben. Der kostenlose Zugang am 11. April bietet eine letzte Gelegenheit, die Sammlung zu erkunden, bevor die regulären Führungen enden.






