17 March 2026, 02:05

UniCredit bietet 35 Milliarden für Commerzbank – doch Politik blockt

Liniengraph, der reduzierte zukünftige Ölimport-Erwartungen veranschaulicht, mit begleitendem erklärendem Text.

UniCredit bietet 35 Milliarden für Commerzbank – doch Politik blockt

Ein Übernahmeangebot der UniCredit für die Commerzbank in Höhe von 35 Milliarden Euro erschütterte am Montag die deutschen Märkte. Das überraschende Angebot trieb die Commerzbank-Aktie um fast 10 % in die Höhe und belebte die allgemeine Stimmung. Doch politische Vorbehalte und technische Schwächen im DAX hielten Anleger in Sachen langfristiger Auswirkungen zurück.

Laut dem Vorstoß der UniCredit wird jede Commerzbank-Aktie mit 30,80 Euro bewertet – im Gegenzug werden 0,485 neue UniCredit-Aktien angeboten. Analysten werten den Schritt als strategischen Vorstoß von UniCredit-Chef Andrea Orcel, um Commerzbank-Vorstandschefin Bettina Orlopp zu Verhandlungen zu drängen. Zeitpunkt und Struktur des Angebots haben die Aufmerksamkeit auf die nächsten Schritte beider Banken gelenkt.

Die deutsche Regierung und die Gewerkschaft Verdi verurteilten den Übernahmeversuch umgehend. Auch der Betriebsrat der Commerzbank lehnte das Angebot ab und verwies auf Bedenken hinsichtlich der Arbeitsplatzsicherheit und der nationalen Kontrolle. Historisch gesehen hat Berlin ausländische Übernahmen großer Banken blockiert – etwa den gescheiterten Versuch der UniCredit, die HypoVereinsbank 2005 zu übernehmen, oder wiederholte Angebote für die Commerzbank in den 2000er-Jahren.

Die Markt Reaktionen fielen gemischt aus. Während die Commerzbank-Aktie stark zulegte, litten zyklische Sektoren unter fallenden Ölpreisen. Die Papiere von Lufthansa und TUI gaben nach und zogen Reisewerte mit sich nach unten. Gleichzeitig profitierte Bayer von positiven Studienergebnissen, und auch Siemens Energy verzeichnete Kursgewinne.

Der DAX blieb unter Druck und notierte unter seinem 50-Tage-Durchschnitt, wobei die kritische Unterstützung bei rund 22.900 Punkten lag. Ein formelles Angebot wird im Mai erwartet – die kurzfristige Richtung des Index hängt damit von politischen und unternehmerischen Reaktionen ab. Für eine nachhaltige Erholung müsste der DAX laut Analysten die Marke von 24.000 Punkten zurückerobern.

Das Übernahmeangebot der UniCredit hat den Commerzbank-Kurs stark steigen lassen, stößt aber auf massiven politischen Widerstand. Die Entwicklung des DAX in den kommenden Wochen wird davon abhängen, wie Aufsichtsbehörden und Beteiligte auf den Vorschlag reagieren. Ohne einen Durchbruch über die 24.000-Punkte-Marke könnte die technische Schwächephase anhalten.

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