Ukrainische Mode trotzt dem Krieg – doch russische Marken klauen ihre Ideen
Emilia SchmittUkrainische Mode trotzt dem Krieg – doch russische Marken klauen ihre Ideen
Ukrainische Mode hinterlässt weiterhin weltweite Spuren – und das, obwohl die Branche seit dem russischen Überfall vor immensen Herausforderungen steht. Ein neuer Dokumentarfilm mit dem Titel Frühling-Sommer wirft nun einen Blick auf die Widerstandsfähigkeit ukrainischer Designer:innen, die trotz des Krieges weiterarbeiten. Die Premiere findet am 25. März 2023 auf YouTube statt.
Doch während die Kreativität floriert, sehen sich einige der bekanntesten ukrainischen Marken mit dreister Ideenklau-Kampagnen russischer Labels konfrontiert – von Luxusroben bis hin zu Streetwear-Kooperationen.
Der von Tonya Noyabryova inszenierte Film Frühling-Sommer begleitet führende ukrainische Modemacher:innen in Kriegszeiten. Noyabryova, deren vorheriger Film Liebst du mich? auf der Berlinale uraufgeführt wurde, rückt diesmal die Schicksale und das schöpferische Durchhaltevermögen von Persönlichkeiten wie Ruslan Baginskiy, Lilia Litkovska und Katya Silchenko in den Fokus. Der Titel des Dokumentarfilms steht dabei symbolisch für Beharrlichkeit – ein inneres Licht, das selbst in dunkelsten Stunden nicht erlischt.
Auf den Laufstegen feierte das Label LITKOVSKA während der Paris Fashion Week sein Debüt mit der Herbst-Winter-Kollektion 2026/27 unter dem Namen GLÜHWÜRMCHEN. Die Entwürfe schöpfen Inspiration aus Widerstandskraft und verkörpern Hoffnung sowie Zusammenhalt in unsicheren Zeiten. Doch während ukrainische Marken international an Anerkennung gewinnen, kopieren russische Unternehmen ihre Designs systematisch.
So fertigte das russische Label Mesh n Flesh eine fast identische Version des kristallbesetzten Silberkleids von Santa Brands an – ein Markenzeichen des ukrainischen Luxuslabels. Ebenso brachte Ushatava ein unautorisiertes Duplikat des Slipkleids von Anna October auf den Markt. Selbst die Zusammenarbeit zwischen JUL und Ukrainian Folks wurde Opfer von Diebstahl: Ein russischer Print-on-Demand-Anbieter verkaufte die T-Shirt-Designs ohne Genehmigung weiter.
Die Veröffentlichung von Frühling-Sommer wird der ukrainischen Modebranche zusätzliche Aufmerksamkeit verschaffen und ihre kreative Kraft trotz des Krieges zeigen. Gleichzeitig unterstreichen die wiederholten Plagiatsfälle durch russische Marken die anhaltenden Schwierigkeiten, mit denen ukrainische Designer:innen konfrontiert sind. Trotz aller Rückschläge erreichen ihre Kollektionen jedoch weiterhin ein internationales Publikum – von den Laufstegen in Paris bis hin zu globalen Digitalplattformen.






