Ukraine-Krieg beschleunigt globale Energiewende – doch fossile Brennstoffe bleiben ein Dilemma
Emilia SchmittUkraine-Krieg beschleunigt globale Energiewende – doch fossile Brennstoffe bleiben ein Dilemma
Der Krieg in der Ukraine hat nach Angaben des UN-Klimachefs Simon Stiell eine globale Krise der Kosten für fossile Brennstoffe ausgelöst. Der Konflikt hat zudem offenbart, wie stark die Weltwirtschaft noch immer von Öl und Gas abhängig ist. Dadurch sind Energiesicherheit und Klimaschutz an die Spitze der politischen Agenden weltweit gerückt.
Der Klimagipfel des vergangenen Jahres in Brasilien endete ohne einen klaren Plan zum schrittweisen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen. Seither haben rund 60 Länder eine Initiative gestartet, um sich von Öl, Gas und Kohle zu verabschieden – erstmals angekündigt in Kolumbien zu Beginn dieses Jahres.
Die jüngsten Preisschübe bei Energie haben die politischen Debatten verändert. Viele Regierungen betrachten erneuerbare Energien inzwischen als Weg, um sich von den schwankenden Märkten für fossile Brennstoffe unabhängig zu machen. Die Internationale Energieagentur (IEA) warnt, dass die Abhängigkeit von Lieferketten fossiler Brennstoffe Volkswirtschaften anfällig für Schocks und Instabilität macht.
Verhandler aus afrikanischen Ländern weisen darauf hin, dass Entwicklungsländer nach wie vor auf fossile Brennstoffe für den Zugang zu Energie und staatliche Einnahmen angewiesen sind. Fast 200 Länder stehen nun vor der Herausforderung, den Energiebedarf zu decken und gleichzeitig ihre Klimazusagen einzuhalten. Die aktuellen Gespräche in Bonn bereiten die Agenda für den Klimagipfel 2026 in der Türkei vor, wo diese Spannungen im Mittelpunkt stehen werden.
Der Konflikt hat deutlich gemacht, dass die anhaltende Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen wirtschaftliche Risiken mit sich bringt. Die Länder stehen unter Druck, den Übergang zu sauberer Energie zu beschleunigen. Der anstehende Klimagipfel in der Türkei muss sowohl die Energiesicherheit als auch die dringende Notwendigkeit zur Reduzierung der Emissionen angehen.






