13 March 2026, 18:07

Tegut vor dem Aus: Migros verkauft an Edeka – doch Kartellamt könnte blockieren

Ein belebter Markt im alten Stadtzentrum von Heidelberg mit Menschen, die zwischen Tischen mit Blumentöpfen und Sonnenschirmen umhereilen, sitzen und stehen, vor dem Hintergrund von Gebäuden, Bäumen und einem klaren blauen Himmel.

Aldi Nord interessiert sich auch für einige Tegut-Filialen - Tegut vor dem Aus: Migros verkauft an Edeka – doch Kartellamt könnte blockieren

Die Zukunft der deutschen Supermarktkette Tegut steht vor einem Einschnitt: Der Eigentümer Migros zieht sich aus dem Markt zurück. Rund 200 Filialen sollen an Edeka verkauft werden, weitere Standorte werden von anderen großen Handelsketten geprüft. Doch Wettbewerbsrechtler warnen, dass die Kartellbehörden Teile der Übernahme blockieren könnten.

Die schweizerische Migros-Gruppe, Mutterkonzern von Tegut, hat angekündigt, sich komplett aus Deutschland zurückzuziehen. Der erste große Schritt sieht den Verkauf von etwa 200 Märkten an Edeka vor, einen der größten Lebensmitteleinzelhändler des Landes. Die Marke Tegut selbst wird voraussichtlich nach Abschluss der Transaktion vom Markt verschwinden.

Auch andere Händler zeigen Interesse an Teilen der Kette: Rewe verhandelt über die Übernahme der zweitgrößten Gruppe von Tegut-Standorten, während Aldi Nord die Übernahme einiger weniger Filialen prüft. Vor diesen Verhandlungen betrieb Tegut rund 340 Märkte in mehreren Bundesländern, wobei die genaue Zahl außerhalb Hessens unklar bleibt.

Doch die Deals könnten auf Hürden stoßen. Der Wettbewerbsrechtsexperte Rupprecht Podszun erwartet eine genaue Prüfung durch das Bundeskartellamt. Er argumentiert, dass der deutsche Lebensmittelhandel bereits von vier großen Playern dominiert werde: Edeka, Rewe, Aldi und der Schwarz-Gruppe. Angesichts dieser hohen Marktkonzentration könnte die Behörde die Übernahme durch Edeka ablehnen, um eine weitere Verengung des Wettbewerbs zu verhindern.

Falls die Verkäufe genehmigt werden, würde sich die Supermarktlandschaft in Deutschland deutlich verändern: Edeka würde den Großteil der Tegut-Filialen übernehmen, während Rewe und Aldi Nord ihre Präsenz ausbauen könnten. Die endgültige Entscheidung liegt nun bei den Wettbewerbsbehörden, die die Risiken für den Markt abwägen müssen.

Quelle