15 March 2026, 04:05

Steffi: Wie die DDR-Puppe zur Kultfigur mit sozialistischem Charme wurde

Ein gerahmtes Plakat zum 70. Jahrestag des Kaiser-Huldigungsfestes in Berlin, Deutschland, das eine Gruppe von Menschen in der Mitte zeigt, umgeben von Text und Zahlen.

Modepuppe Steffi: Die Barbie des Sozialismus wird 60 - Steffi: Wie die DDR-Puppe zur Kultfigur mit sozialistischem Charme wurde

1966 brachte die DDR mit Steffi ihre eigene Modepuppe für Teenager auf den Markt – als heimische Alternative zu westlichen Puppen wie Barbie oder Petra. Schnell avancierte sie zur Kultfigur. Hergestellt wurde Steffi in Waltershausen, einer Stadt mit langer Puppentradition, von der staatseigenen VEB Puppenfabrik Biggi. Oft diente sie auch als Exportware, um dringend benötigte Devisen zu erwirtschaften.

Die Idee zu Steffi stammte von der Designerin Margot Schmied, die die Puppe nach ihrer Tochter benannte. Optisch unterschied sie sich deutlich von Barbies schlanker Silhouette: Steffi wirkte mit ihrer kräftigeren Statur, der hohen Stirn und einem reiferen, eleganten Auftreten deutlich erwachsener. Ihr Make-up und die Frisur spiegelten den Zeitgeist der 1960er wider – mit dickem Eyeliner, knallblauem Lidschatten und einer üppigen Hochsteckfrisur.

Anders als Barbie wurde Steffi von Anfang an in verschiedenen Hauttönen produziert und bot damit eine für die Zeit ungewöhnlich vielfältige Repräsentation. Gefertigt wurde sie in Waltershausen, einem zentralen Standort der DDR-Spielwarenindustrie, mitten im Thüringer Wald. Heute erzielen gut erhaltene Originalpuppen je nach Ausstattung und Zustand Preise zwischen 20 und 200 Euro.

Hinweis: Die heutige Steffi LOVE-Puppe der Simba-Dickie-Gruppe hat keinerlei Bezug zur historischen DDR-Version. Zwar sind Details zu ihren Berufsoutfits oder Arbeitskleidungskollektionen nur lückenhaft überliefert, doch ihr Erbe als Symbol ostdeutscher Handwerkskunst bleibt unbestritten.

Steffi ist bis heute ein sammelwürdiges Stück DDR-Geschichte – geschätzt für ihr markantes Design und ihre kulturelle Bedeutung. Ihre frühe Vielfalt an Hauttönen und der mutige 1960er-Stil setzten sie von westlichen Konkurrentinnen ab. Für viele verkörpert sie nicht nur ein nostalgisches Spielzeug, sondern auch ein kleines, aber bemerkenswertes Kapitel der Produktionsgeschichte des Kalten Krieges.

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