09 May 2026, 22:06

Skandal um 61. Biennale Venedig: Jury tritt zurück – Israel und Russland im Fokus

Plakatankündigung für ein Klavierkonzert in Venedig, Italien, mit einem Bild von Gebäuden, Wasser und einer Säule mit Text.

Skandal um 61. Biennale Venedig: Jury tritt zurück – Israel und Russland im Fokus

Die 61. Biennale von Venedig hat mit Kontroversen eröffnet

Die 61. Biennale von Venedig ist für das Publikum zugänglich – mit 100 Nationalpavillons und 111 teilnehmenden Künstlern unter dem Motto „In Moll“. Doch die diesjährige Ausgabe wird von einem Eklat überschattet: Die internationale Jury trat aus Protest gegen die Teilnahme Israels und Russlands zurück. Der Boykott führte zur Verschiebung der Verleihung der Goldenen Löwen und zur Einführung eines neuen Abstimmungssystems für die Besucher.

Die Biennale startete mit einem breiten Spektrum an Ausstellungen, darunter Portugals Beitrag „RedSkyFalls“ des Künstlers Alexandre Estrela im Palazzo Fondaco Marcello. Estrela selbst positionierte sich gegen die Teilnahme Israels und Russlands und unterstützt damit die Haltung der Jury. Der Boykott richtet sich gegen beide Länder mit der Begründung, dass Staaten, deren Führungspersonen vom Internationalen Strafgerichtshof der Verbrechen gegen die Menschlichkeit beschuldigt werden, von Preisen ausgeschlossen gehören.

Der russische Pavillon, kuratiert von Anastasiia Karneeva, präsentiert „Der Baum hat seine Wurzeln im Himmel“ mit Werken von rund 40 Künstlern. Israels Ausstellung „Rose des Nichts“ wurde von Michael Gov zusammen mit Avital Bar-Shay und Sorin Heller kuratiert und zeigt Arbeiten des Künstlers Belu-Simion Fainaru. Beide Pavillons bleiben trotz des Boykotts Teil der Biennale.

Am 30. April traten alle fünf Jurymitglieder zurück, woraufhin die Organisatoren die Verleihung der Goldenen Löwen auf den 22. November 2025 verschoben. Stattdessen wird ein „Besucher-Löwen“-Modell eingeführt, das es den Gästen ermöglicht, über ihre Lieblingsausstellungen abzustimmen. Neben den Hauptpavillons umfasst die Biennale 31 Begleitveranstaltungen in ganz Venedig.

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Auch die lusophone Welt ist stark vertreten: Neben Portugal beteiligen sich Brasilien und Osttimor mit eigenen Nationalpavillons. Trotz der politischen Spannungen zieht die Biennale weiterhin weltweite Aufmerksamkeit auf sich – dank ihres vielfältigen künstlerischen Programms.

Die 61. Biennale von Venedig läuft nun mit einem neuen Preissystem, nachdem die Jury zurückgetreten ist. Die Gewinner der Goldenen Löwen werden erst Ende 2025 bekannt gegeben, während das „Besucher-Löwen“-Modell dem Publikum eine direkte Mitsprache bei der Würdigung der Ausstellungen einräumt. Die Biennale bleibt eine bedeutende Kulturplattform, doch die politischen Konflikte prägen diese Ausgabe in besonderem Maße.

Quelle