18 April 2026, 16:06

Sicherheitsgefühl in Deutschland: Warum Ängste und Realität oft auseinanderklaffen

Eine U.S.-Karte, die die Gewaltverbrechen pro 100.000 Einwohner je Bundesstaat anzeigt, wobei dunklere Töne höhere Verbrechensraten anzeigen, begleitet von erklärendem Text unten.

Sicherheitsgefühl in Deutschland: Warum Ängste und Realität oft auseinanderklaffen

Ein neuer Bericht zeigt auf, wie sich Sicherheitswahrnehmungen und Kriminalitätsrisiken zwischen verschiedenen Gruppen und Orten unterscheiden. Zwar fühlen sich die meisten Menschen im Alltag sicher, doch die Sorgen vor Gewalt und Belästigung variieren je nach Geschlecht, Alter und Umfeld. Die Ergebnisse verdeutlichen auch, wo Straftaten am häufigsten vorkommen – und wo die Angst nicht immer der Realität entspricht.

Über 90 Prozent der Befragten geben an, sich zu Hause und in ihrer Nachbarschaft sicher zu fühlen. Doch dieses Vertrauen schwindet je nach Tageszeit, Ort und Personengruppe. Frauen äußern beispielsweise deutlich größere Ängste vor sexueller Belästigung: Jede vierte Frau macht sich solche Sorgen, bei Männern ist es nur etwa jeder Vierzehnte. Männer sind jedoch häufiger von Gewalt in öffentlichen Räumen betroffen, während Frauen eher Gefahr laufen, von Partnern oder Ex-Partnern misshandelt zu werden.

Die Kriminalität selbst ist ungleich verteilt. In städtischen Gebieten kommt es häufiger zu Straftaten, was auf mehr Gelegenheiten und schwächere Gemeinschaftsbindungen zurückzuführen ist. Junge Männer tauchen in der Statistik am häufigsten als Täter auf, wobei gewalttätiges Verhalten oft mit Gewalt in der Kindheit und dem Umgang mit problematischen Gleichaltrigen zusammenhängt. Fast 30 Prozent der Gewaltdelikte ereignen sich in öffentlichen Räumen, 20 Prozent in Privathaushalten und 10 Prozent an Verkehrs-Knotenpunkten.

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Bestimmte Orte lösen mehr Angst aus, als tatsächlich Gefahr besteht. Orte mit sichtbaren Verfallserscheinungen – wie Müll, Vandalismus oder Obdachlosigkeit – gelten oft als unsicher, selbst wenn die Kriminalitätsrate dort niedrig ist. Bahnhöfe hingegen sind tatsächlich Brennpunkte, an denen Diebstähle und Übergriffe häufiger vorkommen. Auch die Dunkelheit erhöht die Verwundbarkeit: Nachts fühlen sich die Menschen in der Öffentlichkeit am unsichersten.

Der Bericht unterstreicht die Kluft zwischen wahrgenommenen und tatsächlichen Risiken. Zwar fühlen sich die meisten in vertrauter Umgebung geschützt, doch bestimmte Gruppen und Orte sind realen Bedrohungen ausgesetzt. Durch Stadtplanung, Gemeinschaftsinitiativen und gezielte Maßnahmen ließen sich sowohl die Ängste als auch die tatsächliche Kriminalität in Risikogebieten eindämmen.

Quelle