"Scientology-Speedrun"-Trend sorgt für Polizeieinsatz in Berlin und rechtliche Debatten
Luisa Lange"Scientology-Speedrun"-Trend sorgt für Polizeieinsatz in Berlin und rechtliche Debatten
Ein neuer TikTok-Trend namens Scientology-Speedrun hat Deutschland erreicht. Dabei stürmen Teilnehmer in Scientology-Kirchen und versuchen, so weit wie möglich ins Innere vorzudringen, bevor sie gestoppt werden. Die Challenge hat bereits zu einem Polizeieinsatz an einem Berliner Standort geführt.
Der Trend begann im Scientology-Zentrum an der Otto-Suhr-Allee in Charlottenburg. Eine Berliner Bloggerin, online bekannt als @larahertha, organisierte dort einen Speedrun und wurde von Beamten gestellt. Als Reaktion hat die Kirche ihre Sicherheitsvorkehrungen verschärft und den Zugang zu ihren Gebäuden eingeschränkt.
In Deutschland ist das Eindringen in Privatgrundstücke strafbar. Hausfriedensbruch kann mit Geldstrafen oder sogar Haft bis zu einem Jahr geahndet werden. Trotzdem diskutieren Nutzer in den Kommentaren unter @laraherthas Beitrag bereits über ihr nächstes Ziel: den Bundestag.
Scientology, das in Deutschland nach eigenen Angaben rund 3.600 Mitglieder hat (Stand 2024), beschreibt seine Mission als Verbreitung seiner Lehren, um einen Clear – einen „vollendeten Menschen“ – zu erschaffen. Kritiker werfen der Organisation jedoch seit Langem umstrittene Praktiken vor. Manche sehen in dem Speedrun-Trend inzwischen eine Form des Aktivismus gegen die Kirche.
Die Challenge zwingt Scientology, die Sicherheitsmaßnahmen in ihren Zentren zu verstärken. Sollten Teilnehmer weiterhin prominente Orte ins Visier nehmen, könnten deutsche Behörden mit weiteren Vorfällen konfrontiert werden. Die rechtlichen und gesellschaftlichen Folgen des Trends bleiben ungewiss.






