Rossinis Die Reise nach Reims begeistert mit Bühnenspektakel und Gesangskunst
Lukas LehmannRossinis Die Reise nach Reims begeistert mit Bühnenspektakel und Gesangskunst
Rossinis Die Reise nach Reims begeistert mit Energie und Spektakel
Die Opera buffa, 1825 zur Krönung von König Karl X. komponiert, entführt das Publikum in eine lebhafte Versammlung von Aristokraten im Hotel „Goldene Lilie“ in der französischen Provinz. Nach einer Aufführung voller gesanglicher Brillanz und gewagter Bühneneffekte belohnte das Publikum die Künstler mit stehenden Ovationen.
Die Inszenierung stellt höchste Ansprüche an die 14 Sänger, die nicht nur stimmliche Ausdauer, sondern auch körperliche Beweglichkeit unter Beweis stellen müssen. Das Ensemble meisterte akrobatische Einlagen mit perfektem Timing und steigerte so die mitreißende Energie der Oper. Höhepunkt des Spektakels: Pistolen wurden abgefeuert, eine Harfe dramatisch in Brand gesetzt – atemberaubende Momente, die das Bühnengeschehen auf die Spitze trieben.
Cecilia Bartoli glänzte als Corinna mit einer funkensprühenden Koloratur-Feuerwerksshow und setzte damit den Maßstab für den gesanglichen Abend. Marina Viotti verlieh der Gräfin Melibea Tiefe und Eleganz, während Mélissa Petit als Gräfin di Folleville mit Charme überzeugte.
Edgardo Rochas lyrischer Tenor schwebte als Belfiore in schwindelerregende Höhen, und Dmitry Korchak begeisterte als Graf Libenskof mit atemberaubenden Spitzenöten. Tara Erraught rundete das Ensemble mit ihrem verspielt-virtuosen Jodeln als Madame Cortese ab – ein Cast, der keine Wünsche offenließ.
Der Abend endete unter donnerndem Applaus, das Publikum erhob sich, um die technische Meisterschaft und ansteckende Energie der Darsteller zu würdigen. Diese Neuinszenierung von Die Reise nach Reims beweist einmal mehr, warum Rossinis Werk bis heute ein Grundpfeiler der komischen Oper bleibt: eine perfekte Mischung aus Humor, Virtuosität und reinem Bühnenzauber.






