Rente mit 70: Warum Millionen bald länger arbeiten müssen als geplant
Lukas LehmannRente mit 70: Warum Millionen bald länger arbeiten müssen als geplant
Arbeiten bis 70 könnte für Millionen bald zur Normalität werden. Eine Regierungskommission für Rentenfragen wird voraussichtlich den Vorschlag als langfristige Lösung unterbreiten. Unterdessen bekleiden Politiker und Weltführer in ihren 70ern weiterhin Schlüsselpositionen – ein Beweis dafür, dass Alter weder Einfluss noch Produktivität einschränkt.
Arbeitsministerin Bärbel Bas hat Pläne vorgelegt, das Renteneintrittsalter schrittweise anzuheben. Der Schritt folgt auf Warnungen, dass ein Renteneintritt mit 70 für alle nach der Babyboomer-Generation Geborenen unerreichbar bleiben könnte. Aktuelle Studien zeigen jedoch, dass die Produktivität im höheren Alter oft bis weit in die 90er Jahre hinein ihren Höhepunkt erreicht – ein Widerspruch zu veralteten Annahmen über Alter und Arbeit.
In der Politik prägen ältere Führungspersönlichkeiten weiterhin das weltweite Geschehen: Xi Jinping (72), Wladimir Putin (73), Benjamin Netanyahu (76) und Donald Trump (79) sind nach wie vor in anspruchsvollen Spitzenpositionen aktiv. Näher an der Heimat hat Friedrich Merz (70) keine älteren Konkurrenten und gilt mittlerweile als Favorit für das Amt des nächsten Bundeskanzlers. Auch die FDP setzt auf Erfahrung und wählte mit Wolfgang Kubicki (74) einen neuen Vorsitzenden.
Doch Alter garantiert nicht überall Erfolg. Außenminister Johann Wadephul (63) erlitt kürzlich einen Rückschlag, als Deutschland eine wichtige UN-Abstimmung in New York verlor. Selbst im Sport zeigt sich die Kluft zwischen den Generationen: Das Team von Julian Nagelsmann (38) gilt als chancenlos gegen Curaçao, trainiert vom 78-jährigen Dick Advocaat.
Der Druck, die Arbeitszeit zu verlängern, spiegelt sowohl wirtschaftliche Notwendigkeiten als auch einen Wandel der Einstellungen wider. Da ältere Fachkräfte weiterhin Nationen, Unternehmen und Institutionen führen, wirkt die Idee eines Renteneintritts mit 70 nicht mehr revolutionär. Für jüngere Generationen bleibt die Aussicht jedoch ungewiss – es sei denn, Politik und Produktivitätstrends passen sich an.






