Reichstag wird digital fit: Klöckner plant Milliarden-Sanierung gegen Cyberangriffe
Maximilian KrauseReichstag wird digital fit: Klöckner plant Milliarden-Sanierung gegen Cyberangriffe
Bundestagspräsidentin Julia Klöckner hat Pläne für eine umfassende digitale Modernisierung des Reichstagsgebäudes vorgestellt. Das Vorhaben zielt darauf ab, die IT-Sicherheit zu stärken und die Anfälligkeit für Cyberangriffe zu verringern. Umfassende Sanierungsarbeiten umfassen den Austausch tausender Kilometer Kabel sowie die Erneuerung veralteter Infrastruktur.
Im Rahmen der Sanierung werden rund 3.800 Kilometer Kupferkabel – genug, um die gesamte deutsche Grenze abudecken – sowie 300 Kilometer Glasfaserkabel ersetzt. Zudem werden Hunderte Server und 300 Datenverteilungseinheiten im Zuge der Modernisierung auf den neuesten Stand gebracht. Klöckner bezeichnete den Umfang der Arbeiten als beispiellos und betonte, dass die Bauarbeiten mehrere Jahre in Anspruch nehmen werden.
Das Projekt folgt einer "3-S-Strategie", die sich auf Sicherheit, Souveränität und Serviceorientierung konzentriert. Der digitale Zugang soll künftig streng kontrolliert werden, um unbefugte Datenweitergabe zu verhindern. Das derzeit in Diskussion befindliche Bundestagspolizeigesetz wird es den Nachrichtendiensten ermöglichen, Besucherdaten auf potenzielle Bedrohungen zu überprüfen.
Klöckner drängt die Fraktionen, das Gesetz noch bis Jahresende zu verabschieden. Sie hofft, dass eine zügige Zustimmung den Baubeginn vor dem Sommer ermöglicht. Die Initiative soll zudem die Abhängigkeit von externen Anbietern verringern und eine bessere Kontrolle über sensible Informationen gewährleisten.
Die digitale Aufrüstung des Reichstags zählt zu den größten Infrastrukturprojekten seiner Geschichte. Nach Abschluss der Arbeiten werden die neuen Systeme strengere Datenschutzkontrollen und verbesserte Abwehrmechanismen gegen Cyberrisiken bieten. Der Bundestag erwartet, dass die Änderungen die Sicherheit erhöhen, ohne die betriebliche Effizienz zu beeinträchtigen.






