RAW-Gelände in Berlin: Kulturelles Erbe zwischen Räumung und Investorenstreit
Emilia SchmittRAW-Gelände in Berlin: Kulturelles Erbe zwischen Räumung und Investorenstreit
Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes, eines bekannten kulturellen Zentrums, ist nun ungewiss. Ein seit Jahren schwelender Streit über seine Entwicklung gefährdet seinen Fortbestand. Mieter wie der Club Cassiopeia droht bereits ab nächster Woche die Räumung.
Der Konflikt zieht sich bereits seit über zehn Jahren hin. Im Kern geht es um die Frage, wie viele Wohnungen gebaut werden sollen und wie viele historische Hallen erhalten bleiben. Die Kurth-Gruppe, Eigentümerin des Geländes, hatte im Januar auf schnellere Baugenehmigungen gedrängt, um den Wohnungsbau zu beschleunigen.
Mitte Mai legten Senat und Bezirk einen Rahmenvertrag vor – doch die Kurth-Gruppe lehnte ihn ab, sodass die Lage weiterhin ungelöst ist. Einige Mieter haben bereits Aufforderungen erhalten, Teile des Geländes zu räumen.
Ursprünglich als Wartungsdepot für Reichsbahn-Züge genutzt, beherbergt das RAW-Gelände heute Konzertlocations, einen Biergarten und einen Flohmarkt. Dutzende Unterstützer zogen kürzlich mit Transparenten, auf denen „RAW für alle – Cassiopeia & Co. müssen bleiben“ stand, über den Kurfürstendamm.
Der Club Cassiopeia könnte schon in wenigen Tagen zwangsgeräumt werden. Der Machtkampf zwischen Investoren und Denkmalschützern geht weiter. Ohne Kompromiss droht das Ende der kulturellen Einrichtungen auf dem RAW-Gelände.
