Pharmazeutische Dienstleistungen: Warum Apotheken trotz Millionen-Fonds kämpfen
Luisa LangePharmazeutische Dienstleistungen: Warum Apotheken trotz Millionen-Fonds kämpfen
Deutschlands vergütete pharmazeutische Dienstleistungen (pDL) stehen trotz ihres Potenzials vor wachsenden Herausforderungen. Ein 537-Millionen-Euro-Fonds bleibt weitgehend ungenutzt, während Apotheken mit geringer Nachfrage und finanziellen Verlusten kämpfen. Branchenverbände fordern nun dringend Reformen, um die Dienstleistungen langfristig tragfähig zu machen.
Über 78 Prozent der deutschen Apotheken bieten mittlerweile mindestens eine pDL-Leistung an, wobei Inhalationstrainings und Medikamentenberatungen am häufigsten angeboten werden. Doch die Nachfrage nach diesen Services bleibt schwach – trotz steigender Abrechnungszahlen.
Finanzielle Belastungen verschärfen die Probleme. Mehr als die Hälfte der Apotheken macht bei Bluthochdruck-Risikochecks Verluste, für die pro Sitzung nur 11,20 Euro gezahlt werden. Viele berichten, dass die Vergütung die Kosten nicht deckt und sie die Leistungen mit Verlust anbieten müssen.
Die Freie Apothekerschaft (FA) bestätigt zwar, dass Apotheken über die nötige Expertise für pDL-Dienstleistungen verfügen, warnt jedoch, dass die aktuelle Finanzierung diese unwirtschaftlich macht. Neben Geldmangel kämpfen die Apotheken zudem mit Personalengpässen, hohem bürokratischem Aufwand, Platzmangel und Spannungen mit anderen Gesundheitsberufen. Diese Hürden erschweren eine flächendeckende Ausweitung der Angebote.
Als Reaktion drängt der Deutsche Apothekerverband (DAV) auf höhere pDL-Honorare. Ohne Anpassungen, so das Argument, riskiere die Politik, die Zukunft des Programms und seine Fähigkeit, Patienten wirksam zu versorgen, zu untergraben.
Der Erfolg der pDL hängt davon ab, finanzielle und operative Hindernisse zu überwinden. Ohne bessere Vergütung und weniger Bürokratie könnten Apotheken die Leistungen weiter einschränken oder ganz einstellen. Die Entwicklung wird entscheiden, ob der 537-Millionen-Euro-Fonds voll ausgeschöpft wird – oder ungenutzt bleibt.