15 May 2026, 18:08

Pflegeversicherung droht 22-Milliarden-Loch – wer zahlt die Rechnung?

Plakat zur Nurses Week 2020 mit dem Motto "Mitgefühl, Expertise, Vertrauen", das mehrere Bilder von Krankenschwestern und eine blau-weiße Schrift zeigt.

Pflegeversicherung droht 22-Milliarden-Loch – wer zahlt die Rechnung?

Deutschlands Pflegeversicherung steht vor einem Finanzloch von 22 Milliarden Euro

In den nächsten zwei Jahren droht dem deutschen Pflegeversicherungssystem ein Defizit von 22 Milliarden Euro. Um die Krise zu bewältigen, arbeitet Gesundheitsministerin Nina Warken an einem Sparpaket für die Pflege, das bis Mitte Mai vorgestellt werden soll. Die Pläne stoßen jedoch bereits jetzt auf Kritik aus der Branche.

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Nach dem aktuellen System zahlen Heimbewohner im Schnitt 3.200 Euro pro Monat, wobei die Zuschüsse der Versicherung schrittweise steigen. Warkens Reform zielt darauf ab, dieses Wachstum zu bremsen – unter anderem durch die Verschiebung von Zuschusserhöhungen und eine Deckelung der maximalen Kostenübernahme auf 70 Prozent nach viereinhalb Jahren. Dadurch müssten die Bewohner einen größeren Teil der Kosten selbst tragen.

Der Gesundheitsökonom Heinz Rothgang schätzt, dass sich durch die verzögerten Zuschüsse die Eigenbeteiligung um 161 Euro pro Monat erhöhen würde. Über den gesamten Zeitraum könnten auf die Bewohner so fast 20.000 Euro zusätzliche Kosten zukommen. Zudem sind Kürzungen bei den Zuschüssen für stationäre Pflege vorgesehen, deren Auszahlung möglicherweise verschoben wird.

Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der Krankenkasse DAK, fordert Warken auf, die Pläne zu überdenken. Er warnt, dass die Reformen die Pflegenotlage verschärfen statt zu lösen. Storm erwartet zudem, dass die Ministerin vorschlagen wird, die Rentenansprüche von pflegenden Angehörigen zu halbieren – als Teil des Sparpakets.

Die geplanten Einsparmaßnahmen sollen zwar das 22-Milliarden-Defizit verringern, würden aber die finanzielle Belastung für Bewohner und Familien erhöhen. Falls umgesetzt, träten die Reformen in den kommenden Jahren in Kraft – mit langfristigen Folgen für die Bezahlbarkeit von Pflegeleistungen.

Quelle