Offenbachs Eltern kämpfen gegen Kürzungen im Sozialindex-Förderprogramm für Schulen
Luisa LangeOffenbachs Eltern kämpfen gegen Kürzungen im Sozialindex-Förderprogramm für Schulen
Eltern und Politiker in Offenbach wehren sich gegen geplante Kürzungen im Bildungsbereich. Die Landesregierung will die Mittel für das Sozialindex-Förderprogramm streichen, das Schulen in sozial benachteiligten Stadtteilen unterstützt. Kritiker warnen, die Einschnitte würden die Chancengleichheit im gesamten Bundesland Hessen gefährden – darunter auch an Offenbachs Mathildenschule und Geschwister-Scholl-Schule.
Am 10. März 2026 organisierte der Offenbacher Elternbeirat Proteste gegen die geplanten Haushaltskürzungen. Die Initiative sammelte über 20.000 Unterschriften für eine Petition, die Vertretern von Grünen, SPD und FDP überreicht wurde. Die CDU nahm weder an der Aktion teil noch reagierte sie darauf.
Das Sozialindex-Förderprogramm finanziert derzeit zusätzliche Lehrstellen an Schulen mit besonderen sozialen Herausforderungen. So erhält die Mathildenschule aktuell 4,9 zusätzliche Stellen, die Geschwister-Scholl-Schule drei. Doch nach den neuen Plänen soll die landesweite Zahl dieser Stellen bis zum Schuljahr 2026/27 von 650 auf 350 sinken.
Stefan Marx, Vorsitzender des Elternbeirats, betonte, dass die Kürzungen die Unterrichtsqualität verschlechtern und die Bildungschancen der Kinder einschränken würden. Sein Stellvertreter Jörg Schwarzwaelder ergänzte, dass Investitionen in Bildung langfristig soziale Folgekosten senkten und Eigenständigkeit förderten. Gina Seidel-Girgis, ebenfalls im Vorstand, unterstrich die Bedeutung integrierter Schulen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und Gerechtigkeit.
Die politische Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Die Grünen-Abgeordneten Andreas Ewald und Katy Walther nannten die Kürzungen einen "verheerenden Schlag" für die Bildungsgerechtigkeit. Oliver Stirböck von der FDP kündigte eine parlamentarische Debatte zu dem Thema für den kommenden Mittwoch an. Der Elternbeirat versprach unterdessen, den Druck auf die Entscheidungsträger weiter zu erhöhen.
Sollten die geplanten Kürzungen umgesetzt werden, stünde weniger Personal für die Förderung von Schülern in belasteten Stadtteilen – nicht nur in Offenbach, sondern landesweit – zur Verfügung. Die anstehende Parlamentsdebatte wird zeigen, ob die Streichungen wie vorgesehen durchgesetzt werden.