07 May 2026, 06:06

NRW-Polizei setzt auf digitale Ermittler mit OSINT-Offensive gegen politische Kriminalität

Gruppe von Polizeibeamten an einem Tisch während einer Schulung, mit Mobiltelefonen und anderen Gegenständen auf dem Tisch, in einem Raum mit Fenstern und Deckenbeleuchtung.

NRW-Polizei setzt auf digitale Ermittler mit OSINT-Offensive gegen politische Kriminalität

Nordrhein-Westfalens Polizei stärkt ihre digitalen Ermittlungskompetenzen

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat eine großangelegte Offensive gestartet, um ihre Fähigkeiten im Bereich der digitalen Ermittlungen auszubauen. Im Mittelpunkt der Initiative steht Open Source Intelligence (OSINT) – die Schulung von Beamten in der Beschaffung und Auswertung öffentlich zugänglicher digitaler Informationen. Dazu gehören der Ausbau spezialisierter Teams sowie die Einführung standardisierter Ausbildungsprogramme in den Sicherheitsbehörden des Landes.

Das Landeskriminalamt (LKA) Düsseldorf hat seine OSINT-Kapazitäten deutlich ausgebaut. Was einst als Zweier-Team begann, ist heute die Abteilung 22.2 unter der Leitung von Fabian Coenen. Seine Einheit, die sich auf politisch motivierte Kriminalität konzentriert, umfasst mittlerweile 16 Fachleute – darunter IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftler – sowie zehn neu hinzugekommene Beamte im Rahmen des Projekts „Digitale Streife“.

Auch über das LKA hinaus wurden in sechs weiteren Staatsschutzbehörden fast 100 zusätzliche Beamte für ähnliche Aufgaben abgestellt. Eine der größten Einheiten befindet sich in Köln, wo Swen Schubert ein 18-köpfiges Team leitet, dessen Mitglieder zwischen 25 und 52 Jahre alt sind.

Für die Ausbildung dieser Beamten ist Marc Restemeyer zuständig, ein 37-jähriger Dozent beim Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP). Sein strukturiertes Schulungsprogramm, das in zehn Module unterteilt ist, sorgt für einheitliche Kompetenzen – sowohl bei neuen LKA-Mitarbeitern als auch in den regionalen „Digitalen Streifen“. Der Lehrplan umfasst Methoden zur Extraktion und Bewertung von Daten aus sozialen Medien und anderen öffentlich zugänglichen Quellen.

Die sechs spezialisierten Teams bieten nun bei schnell eskalierenden politischen Ereignissen schnelle OSINT-Unterstützung und stärken damit die Fähigkeit des Landes, auf dringende operationelle Anforderungen zu reagieren.

Der Ausbau markiert einen Wandel in der Art und Weise, wie die nordrhein-westfälische Polizei digitale Informationen sammelt und nutzt. Mit standardisierten Schulungen und dedizierten Einheiten will die Polizei ihre Reaktion auf Online-Bedrohungen und politisch brisante Vorfälle verbessern. Die Initiative spiegelt einen größeren Trend wider: die zunehmende Verknüpfung digitaler Expertise mit klassischer Polizeiarbeit.

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