Neues Strafverfahren gegen René Benko: Millionenbetrug bei Münchner Bahnhofplatz-Projekt
Maximilian KrauseNeues Strafverfahren gegen René Benko: Millionenbetrug bei Münchner Bahnhofplatz-Projekt
Münchner Staatsanwälte haben ein weiteres Strafverfahren gegen René Benko eingeleitet. Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen Vorwürfe wegen Untreue und Betrugs in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro. Benko, der bereits seit Januar 2025 in Untersuchungshaft sitzt, sieht sich nun mit seinem 18. Strafverfahren konfrontiert.
Der jüngste Fall betrifft das Bahnhofplatz-Projekt in München. Gelder, die ursprünglich für einen Liquiditätsbaustein vorgesehen waren, sollen demnach abgegzweigt worden sein, um Liquiditätslücken innerhalb der Signa Group zu schließen. Diese Mittel waren jedoch nie für das historische Kaufhaus Hermann-Tietz am Bahnhof bestimmt.
Ermittler vermuten, dass die Signa Prime Selection als eine Art „finanzieller Staubsauger“ fungierte und Gelder aus mehreren Immobilienprojekten abzog. Eine ähnliche Vorgehensweise soll auch bei einer Transaktion mit einem saudischen Staatsfonds und dem Projekt „Franz“ angewendet worden sein.
Unterdessen wird sich der österreichische Oberste Gerichtshof an diesem Donnerstag mit Berufungen im ersten Betrugs- und Insolvenzverfahren gegen Benko befassen. In seinem privaten Insolvenzverfahren rücken derzeit mehrere hochwertige Damenringe in den Fokus. Sollte das Urteil Bestand haben, wäre es das erste Mal, dass Benko offiziell als verurteilter Häftling im Rahmen der Signa-Affäre gilt.
Die Münchner Ermittlungen verschärfen die ohnehin wachsenden juristischen Probleme für Benko. Seine anhaltende Untersuchungshaft und die bevorstehende Gerichtsentscheidung könnten erhebliche Auswirkungen auf den gesamten Signa-Skandal haben. Die Behörden prüfen, ob die umgeleiteten Gelder gegen Treuepflichten und Finanzvorschriften verstoßen haben.
