27 April 2026, 22:06

Neuer Roman bringt den armenischen Völkermord in deutsche Klassenzimmer

Detailierte Karte von Anatolien und Armenien auf Papier mit begleitendem Text, die geografische Merkmale wie Flüsse, Berge und Städte zeigt.

Neuer Roman bringt den armenischen Völkermord in deutsche Klassenzimmer

In diesem Jahr jährt sich der Völkermord an den Armeniern zum 111. Mal – ein Verbrechen, bei dem im Osmanischen Reich etwa 1,5 Millionen Armenier ermordet wurden. Trotz seiner historischen Bedeutung wird das Thema in deutschen Klassenzimmern oft ausgeklammert, bedingt durch überfüllte Lehrpläne und begrenzte Ressourcen. Nun soll ein neuer Roman das Thema über den Literaturunterricht in die Schulen tragen.

2016 hatte der Deutsche Bundestag eine Resolution verabschiedet, die die Aufnahme des armenischen Völkermords in die Lehrpläne forderte. Doch viele Lehrkräfte behandeln das Thema nach wie vor nicht – mit Verweis auf Zeitmangel und fehlende geeignete Materialien. Die eigene Rolle Deutschlands im Zusammenhang mit dem Genozid erschwert die Vermittlung zusätzlich.

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Anfang dieses Jahres veröffentlichte der Reclam Verlag Auf der Straße haben wir andere Namen von Laura Cwiertnia als Schullektüre. Der Roman setzt sich mit den Themen Völkermord, Überleben und Diskriminierung auseinander und bietet Schülerinnen und Schülern einen emotionalen Zugang zur Geschichte. Die Literaturwissenschaftlerin und Pädagogin Swantje Ehlers steuerte ergänzende Kommentare bei, um Lehrkräften die Einordnung des Buches zu erleichtern.

Die Handlung folgt Figuren, die von Gewalt, Konflikten und Migration geprägt sind, und verbindet historische Verbrechen mit aktuellen gesellschaftlichen Fragen. Durch die literarische Aufarbeitung hoffen Pädagoginnen und Pädagogen, das Thema für junge Lernende zugänglicher und anschaulicher zu gestalten.

Mit der Veröffentlichung von Cwiertnias Roman steht Schulen nun ein neues Werkzeug zur Verfügung, um den Völkermord an den Armeniern zu thematisieren. Zusammen mit der Bundestagsresolution von 2016 unterstreicht dies die Forderung nach einer verbindlichen Verankerung im Lehrplan. Ob sich dadurch langfristig etwas in den Klassenzimmern ändern wird, bleibt abzuwarten.

Quelle