04 April 2026, 04:06

Merz' Rückkehraussage für Syrer löst Wirtschaftswarnungen aus

Ein Plakat mit einer Karte von Syrien und Daten zu внутренне перемещенным лицам aufgrund von Gewalt, begleitet von Text und Grafiken.

Merz' Rückkehraussage für Syrer löst Wirtschaftswarnungen aus

Bundeskanzler Friedrich Merz' Prognose, dass 80 Prozent der in Deutschland lebenden Syrer innerhalb von drei Jahren in ihre Heimat zurückkehren werden, stößt auf Skepsis. Wirtschaftsexperten warnen, dass ein Abwandern in diesem Ausmaß der deutschen Arbeitskraft und dem Wachstum schaden könnte. Offizielle Zahlen zeigen, dass derzeit rund 970.000 syrische Staatsbürger in Deutschland leben, die meisten davon in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) zweifelt die Umsetzbarkeit von Merz' Aussage an. Geraldine Dany-Knedlik, Ökonomin am DIW, betonte, dass selbst eine teilweise Rückkehr der Syrer die demografischen Herausforderungen verschärfen würde. Angesichts der bereits stagnierenden Wachstumsperspektiven Deutschlands könnte der Verlust von Arbeitskräften die wirtschaftlichen Probleme noch vertiefen.

Viele Syrer haben sich bereits in den Arbeitsmarkt integriert, sodass ihr Weggang die Produktivität direkt beeinträchtigen würde. Timo Wollmershäuser vom ifo Institut ergänzte, dass die jüngere Zuwanderung dazu beigetragen habe, den demografischen Rückgang auszugleichen. Eine plötzliche Umkehr dieses Trends, so Wollmershäuser, würde die Erwerbsbevölkerung schrumpfen lassen und die Wirtschaftsleistung schwächen.

Da sich die syrische Gemeinschaft besonders in Schlüsselbundesländern wie Nordrhein-Westfalen und Bayern konzentriert, könnten die regionalen Wirtschaften dort am stärksten betroffen sein. Aktuelle Daten aus dem Jahr 2024 bestätigen, dass sie in diesen Regionen einen bedeutenden Teil der Bevölkerung stellen.

Fachleute sind sich einig, dass eine Massenrückkehr der Syrer eher eine wirtschaftliche Belastung als eine Entlastung darstellen würde. Da viele von ihnen bereits beschäftigt sind, würde ihr Fehlen die Arbeitskapazitäten verringern und das Wachstum bremsen. Die Debatte unterstreicht den komplexen Zusammenhang zwischen Migration und der langfristigen wirtschaftlichen Stabilität Deutschlands.

Quelle