Marzahn Pride 2024: Ein Fest der Vielfalt trotz latenter Bedrohungen
Emilia SchmittMarzahn Pride 2024: Ein Fest der Vielfalt trotz latenter Bedrohungen
Marzahn Pride findet in diesem Jahr statt – bisher ohne rechtsextreme Gegenproteste
Die Veranstaltung steht in einem beunruhigenden Kontext: 2023 sah sich fast die Hälfte der deutschen Pride-Umzüge mit Angriffen oder Einschüchterungsversuchen konfrontiert. Trotz der derzeitigen Ruhe bleiben Organisator:innen und lokale Verantwortliche wachsam.
Der Marzahn Pride beginnt um 12 Uhr an der Allee der Kosmonauten. Eröffnet wird die Veranstaltung mit Reden von Vanessa Krah, der Queer-Beauftragten des Bezirks, und Gordon Lemm. Ab 14:30 Uhr folgt ein Nachbarschaftsfest mit Konzerten, DJs und Streetfood.
Hinter dem Umzug steht der Verein Quarteera e.V., der queere Menschen aus Osteuropa, Zentralasien und dem Kaukasus unterstützt. Der Bezirk Marzahn selbst ist geprägt von einer großen Bevölkerung mit Migrationshintergrund, darunter auch (Spät-)Aussiedler:innen aus der ehemaligen Sowjetunion.
2022 wurde die Veranstaltung von der neonazistischen Gruppe Deutsche Jugend Voran bedroht. Die Meldestelle für diskriminierende Vorfälle verzeichnet zudem einen Anstieg körperlicher Angriffe und rechtsextremer Propaganda in Marzahn. Queere Geflüchtete und Migrant:innen in der Region sind weiterhin mehrfachen Diskriminierungsformen und erhöhten Risiken ausgesetzt.
Bisher gibt es 2024 keine Hinweise auf rechtsextreme Mobilisierungen gegen den Marzahn Pride. Dennoch warnt Vanessa Krah vor vorschneller Entwarnung. Die Veranstaltung soll einen sicheren Raum für Feiern und Solidarität bieten – in einem Bezirk, in dem die Bedrohungslage weiterhin präsenter ist als anderswo.






