Lia Rodrigues erhält Katholischen Kunstpreis für Tanz als Widerstand
Emilia SchmittLia Rodrigues erhält Katholischen Kunstpreis für Tanz als Widerstand
Die brasilianische Choreografin und Sozialarbeiterin Lia Rodrigues ist mit dem Katholischen Kunst- und Kulturpreis ausgezeichnet worden, der mit 25.000 Euro dotiert ist. Die Preisverleihung fand am 28. September 2021 in der Pina-Bausch-Halle in Solingen statt. Die Veranstalter würdigten ihren künstlerischen Weitblick und ihr lebenslanges Engagement für soziale Gerechtigkeit durch den Tanz.
Die 65-jährige Rodrigues erhielt die Auszeichnung von der Deutschen Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Bischof Dr. Georg Bätzing lobte sie dafür, Tanz als Form des Widerstands einzusetzen. Ihr Werk bezeichnete er als kraftvolles Statement gegen Unterdrückung.
Während der Feierlichkeit trug Ruth Amarante auf Rodrigues’ Wunsch eine „getanzte Laudatio“ vor. Peter Limbourg hob ihre Entscheidung hervor, in einer Favela in Rio de Janeiro zu leben und zu arbeiten, und nannte dies eine außergewöhnliche Haltung der Hingabe. Prof. Dr. Thomas Sternberg betonte zudem ihre Bescheidenheit und ihren Appell an die katholische Kirche, marginalisierten Stimmen mehr Gehör zu schenken.
Der Preis, der seit 1990 alle zwei bis vier Jahre verliehen wird, ehrte zuvor Persönlichkeiten wie den Architekten Peter Zumthor, den Schriftsteller Ralf Rothmann und den Komponisten Mark Andre. Rodrigues bedankte sich für die Würdigung und äußerte die Hoffnung, die Rolle der Kunst in der Menschheitsgeschichte weiter prägen zu können.
Die Preisverleihung feierte Rodrigues’ Beiträge zur Kunst und zum gesellschaftlichen Wandel. Ihr Wirken in Tanz und Aktivismus inspiriert weiterhin – besonders in Gemeinschaften, die mit Entbehrungen kämpfen. Das Preisgeld und die Anerkennung werden ihre laufenden Projekte in Brasilien und darüber hinaus unterstützen.






