Lebo M verklagt Komiker wegen "Circle of Life"–Übersetzung auf Millionen
Maximilian KrauseLebo M verklagt Komiker wegen "Circle of Life"–Übersetzung auf Millionen
Lebohang Morake, der Grammy-prämierte Komponist, der unter dem Namen Lebo M bekannt ist, reicht Klage gegen den Komiker Learnmore Jonasi ein. Der Streit dreht sich um Jonasis Übersetzung des ikonischen "Circle of Life"-Gesangs aus "Der König der Löwen", die Morake zufolge die kulturelle Bedeutung des Stücks verfälsche.
Jonasi, ein simbabwischer Stand-up-Comedian, der bereits bei "America's Got Talent" auftrat, übersetzte die Zulu- und Xhosa-Texte in einem Podcast-Auftritt mit den Worten "Schaut mal, da ist ein Löwe. Oh mein Gott." Die Bemerkung sorgte zwar für Gelächter, führte nun aber zu einer brisanten Klage.
Morakes Anwälte werfen Jonasi vor, den Gesang bewusst falsch übersetzt und damit dessen Bedeutung untergraben zu haben. Laut der Klageschrift handelt es sich bei dem häufig im Eröffnungsteil zu hörenden Begriff "ingonyama" um eine königliche Metapher – nicht um eine wörtliche Bezugnahme auf einen Löwen. Disneys offizielle Übersetzung lautet: "Hoch lebe der König, wir alle verneigen uns vor dem König."
Jonasi hatte seine Deutung zunächst in einer Podcast-Folge geteilt, wo die Moderatoren amüsiert reagierten, da sie die Textzeilen weniger erhaben fanden als erwartet. Später veröffentlichte der Komiker ein Instagram-Video, das den Moment zeigt, in dem ihm während eines Auftritts die Klageschrift zugestellt wurde. Er zeigte sich überrascht, blieb aber gelassen und schlug sogar ein gemeinsames Video mit Morake vor, um die tiefere Bedeutung des Liedes zu erkunden. "Komik hat oft die Kraft, Gespräche anzustoßen", schrieb er.
Den Gerichtsunterlagen zufolge haben Jonasis Äußerungen Morakes Ruf in Höhe von über 20 Millionen US-Dollar geschadet. Die Klage fordert zudem 7 Millionen US-Dollar als Strafschadensersatz mit der Begründung, dass übertriebene Nachahmungen des Gesangs dessen kulturellen Stellenwert entwertet hätten.
Der Fall wirft die Frage auf, wo die Grenze zwischen künstlerischer Interpretation und kulturellem Respekt liegt. Morakes Team betont, dass der Gesang eine symbolische Bedeutung trägt, die über eine einfache Übersetzung hinausgeht. Jonasi hingegen besteht darauf, dass seine Bemerkungen scherzhaft und nicht böswillig gemeint waren.
Die Entscheidung des Gerichts könnte davon abhängen, ob die Äußerungen als harmloser Humor oder als schädliche Verfälschung von Morakes Werk gewertet werden.






