Lauterbachs Pflegeheim-Reform droht Familien mit 1.800 Euro Extra-Kosten
Luisa LangeLauterbachs Pflegeheim-Reform droht Familien mit 1.800 Euro Extra-Kosten
Gesundheitsminister Karl Lauterbachs jüngste Pläne zur Finanzierung von Pflegeheimen stoßen auf scharfe Kritik. Wie der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (BPA) warnt, könnten Bewohner in den ersten zwei Jahren ihrer Pflege mit bis zu 1.800 Euro zusätzlichen Kosten belastet werden. Das Vorhaben zielt darauf ab, den Anstieg staatlicher Zuschüsse zu bremsen – und überlässt es damit den Familien, einen größeren Teil der Rechnung selbst zu tragen.
Die Analyse des BPA konzentriert sich auf die ersten 24 Monate eines Pflegeheimaufenthalts. Die Daten zeigen, dass 75 Prozent der Bewohner diesen Zeitraum nicht überschreiten. Lauterbachs Plan sieht vor, die schrittweise Erhöhung der staatlichen Unterstützung zu reduzieren, wodurch die Eigenbeteiligung der Betroffenen steigt.
BPA-Präsident Bernd Meurer verurteilte den Schritt als irreführend. Er warf dem Minister vor, seine Versprechen zu brechen, die finanzielle Belastung für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen zu verringern. Meurer betonte, dass viele bereits jetzt mit hohen Zuzahlungen kämpften – die geplanten Änderungen würden die Situation weiter verschärfen.
Meurer ging noch einen Schritt weiter und bezeichnete das Vorgehen des Ministers als "nahe an einer Wählertäuschung". Die Politik verschärfe den finanziellen Druck, statt die versprochene Entlastung zu bringen, so seine Kritik.
Durch die geplanten Änderungen müssten die Bewohner in den ersten zwei Jahren deutlich mehr aus eigener Tasche zahlen. Da die meisten Aufenthalte nicht länger als diesen Zeitraum dauern, warnt der BPA, dass die Mehrbelastung die Mehrheit der Familien treffen werde. Eine Reaktion der Regierung auf die Vorwürfe steht bisher aus.






