Hofbrauhaus Wolters beantragt Eigenverwaltung – Brauerei vor radikaler Neuaufstellung
Maximilian KrauseHofbrauhaus Wolters beantragt Eigenverwaltung – Brauerei vor radikaler Neuaufstellung
Die Hofbrauhaus Wolters GmbH hat beim Amtsgericht Braunschweig ein Eigenverwaltungsverfahren nach der Insolvenzordnung beantragt. Die traditionsreiche Brauerei, die zur Volksbank BRAWO eG gehört, kündigte umfassende Restrukturierungsmaßnahmen an, um langjährige finanzielle Belastungen zu bewältigen. Rückläufige Umsätze und steigende Kosten haben das Unternehmen dazu gezwungen, nach einer nachhaltigen Lösung zu suchen.
Die gerichtliche Anmeldung erfolgte am Freitag. Die Belegschaft wurde in einer Betriebsversammlung informiert, wobei versichert wurde, dass alle Löhne und Gehälter weiterhin gezahlt werden. Der Schritt folgt auf einen Rückgang der Bierverkäufe in Deutschland um sechs Prozent im Jahr 2025, was die ohnehin angespannte Lage bei Wolters weiter verschärft.
Auch die Volksbank BRAWO eG, die Muttergesellschaft, befindet sich in einem eigenen Umstrukturierungsprozess. Ziel der Neuausrichtung ist es, Wolters vom klassischen Braubetrieb zu einem innovativen Getränkehersteller mit stärkerem Fokus auf den Regionalmarkt zu entwickeln. Kimon Kantis betonte, dass die Eigenverwaltung den besten Weg darstelle, um die strukturellen Herausforderungen der Branche dauerhaft zu meistern.
Während des Verfahrens wird die Geschäftsführung rechtlich und finanziell von der Kanzlei Eckert Rechtsanwälte sowie der Eckert Assurance GmbH beraten. Die Brauerei sieht sich mit branchenweiten Problemen konfrontiert, darunter stark gestiegene Produktions- und Energiekosten, die seit der COVID-19-Pandemie anhalten.
Das Insolvenzverfahren markiert einen Wendepunkt für die Hofbrauhaus Wolters GmbH. Das Unternehmen plant eine grundlegende Neuaufstellung seines Geschäftsmodells, um die Zukunft zu sichern. Sämtliche Mitarbeiterzahlungen bleiben während der Umstrukturierung geschützt.






