Hitze im Bundestag: Wer ist schuld an der wachsenden Gewalt an Schulen?
Emilia SchmittHitze im Bundestag: Wer ist schuld an der wachsenden Gewalt an Schulen?
Im Bundestag ist eine hitzige Debatte über die zunehmende Gewalt an deutschen Schulen entbrannt. Die rechtspopulistische AfD forderte schärfere Maßnahmen und machte Migration als zentralen Faktor für das Problem aus. Andere politische Gruppen wies diese Sichtweise jedoch zurück und plädierten für einen umfassenderen Ansatz.
Auslöser der Diskussion waren zwei Anträge der AfD. Einer zielte auf eine bessere Erfassung gewalttätiger Vorfälle in Schulen ab, der andere forderte Maßnahmen gegen religiös motiviertes Mobbing. Parteimitglieder verwiesen dabei auf Messerangriffe, Drohungen und Nötigungen mit religiösem Hintergrund, um ihre Bedenken zu untermauern.
Saskia Esken, SPD-Vorsitzende des Bildungsausschusses im Bundestag, bestätigte zwar, dass Gewalt und Mobbing tatsächlich zugenommen hätten. Sie berief sich auf Polizeistatistiken, die in allen Bundesländern einen deutlichen Anstieg der Vorfälle zeigen. Einen direkten Zusammenhang mit Migration wies sie jedoch zurück und führte stattdessen gesellschaftliche Ursachen an. Fast jeder fünfte Schüler in Deutschland sei mittlerweile von Cybermobbing betroffen, fügte sie hinzu.
Kritik an der Haltung der AfD kam von mehreren Seiten. Union, Grüne und Linke erkannten zwar das Problem der Schulgewalt an, warfen der AfD aber vor, eine komplexe Thematik zu vereinfachen. Esken selbst wurde von der AfD später vorgeworfen, die Schwere der Lage herunterzuspielen.
Die Anträge wurden schließlich zur weiteren Prüfung an die zuständigen Ausschüsse überwiesen. Die Debatte offenbarten tiefe Gräben bei der Frage nach den Ursachen von Schulgewalt. Zwar waren sich alle Parteien über den Handlungsbedarf einig, doch über die Rolle der Migration gab es keine Einigkeit. Die Thematik wird nun in den parlamentarischen Gremien vertieft untersucht.






