Halle baut Notfallvorsorge aus – doch öffentliche Schutzräume fehlen weiterhin
Maximilian KrauseHalle baut Notfallvorsorge aus – doch öffentliche Schutzräume fehlen weiterhin
Halle stärkt Notfallvorsorge – trotz fehlender öffentlicher Schutzräume
In den vergangenen Jahren hat die Stadt Halle ihre Notfallvorsorge deutlich ausgebaut, obwohl es keine öffentlichen Schutzräume gibt. Zu den neuen Maßnahmen zählen erweiterte Warnsysteme, eine robustere Infrastruktur und eine engere Zusammenarbeit mit Landesbehörden sowie der Bundeswehr. Bei einer anstehenden CDU-Veranstaltung sollen zudem aktuelle Herausforderungen des Zivilschutzes in der Region thematisiert werden.
Halle ist nun vollständig an das Modulare Warnsystem des Bundes (MoWaS) angeschlossen. Dadurch erhalten Bürger:innen im Krisenfall Warnmeldungen über Cell Broadcast sowie Apps wie Katwarn. Zudem wurden 17 Sirenenstandorte modernisiert; weitere Ausbaumaßnahmen sind geplant.
Die Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft (HWS) hat Vorsorge getroffen, um die Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung bei einem großflächigen Stromausfall bis zu drei Tage aufrechterhalten zu können. Der Energiespark Dieselstraße fungiert als zertifizierte Kritische Infrastruktur (KRITIS) und unterliegt strengen Sicherheitsvorgaben sowie jährlichen externen Prüfungen.
Trotz dieser Fortschritte verfügt Halle über keine öffentlichen Schutzräume im Sinne des Zivilschutz- und Katastrophenhilfegesetzes (ZSKG). Auch die Wohnungsanbieter GWG Halle-Neustadt GmbH und Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH verfügen weder über dedizierte Schutzräume noch über spezielle Vorbereitungen für Mieter:innen. In den letzten drei Jahren hat die Stadt jedoch die Kooperation mit dem Land Sachsen-Anhalt, Hilfsorganisationen und der Bundeswehr intensiviert. Jährliche Großübungen testen seitdem die Abstimmung im Ernstfall unter realistischen Bedingungen.
Am 2. Juni 2026 veranstaltet die CDU-Landtagsfraktion im Mitteldeutschen Multimediazentrum Halle (Saale) eine Dialogveranstaltung zum Thema Zivilschutz. Als Redner:innen bestätigt sind Dr. Tamara Zieschang, Kerstin Godenrath, Tobias Krull, Chris Schulenburg und Hendryk Stör. Beginn ist um 18:00 Uhr.
Halles Notfallplanung setzt nun auf verbesserte Warnsysteme, Infrastrukturabsicherung und behördenübergreifende Zusammenarbeit. Die anstehende CDU-Diskussion wird sich zudem mit den bestehenden Lücken bei der Bereitstellung öffentlicher Schutzräume befassen. Regelmäßige Übungen und laufende Modernisierungen sollen die Krisenbereitschaft für die Zukunft sichern.






