Gauweiler will CSU mit Freien Wählern bundesweit stärken – und AfD nicht ausschließen
Lukas LehmannGauweiler will CSU mit Freien Wählern bundesweit stärken – und AfD nicht ausschließen
Peter Gauweiler, einst als konservative Stimme der CSU bekannt, hat eine kühne neue Strategie für die Partei vorgeschlagen. Der ehemalige bayerische Minister regt nun an, sich mit der Freien Wähler-Vereinigung zu verbünden, um auch außerhalb Bayerns bei Wahlen anzutreten. Sein Plan sieht gemeinsame Listen vor, um die Fünf-Prozent-Hürde zu umgehen – notfalls sogar mit eigenständigen Kandidaturen.
Gauweilers politische Laufbahn umfasst Jahrzehnte, darunter Positionen als Staatssekretär im bayerischen Innenministerium unter Franz Josef Strauß und später als Umweltminister unter Edmund Stoiber. Sein jüngster Vorstoß zielt darauf ab, die bürgerlich-konservativen Kräfte zu einen, um einen größeren Wähleranteil zu gewinnen – möglicherweise bis zu zwei Drittel der Wählerstimmen, wie er schätzt.
Er lehnt politische "Brandmauern" ab, die Gegner wie die rechtspopulistische AfD ausschließen sollen. Stattdessen plädiert er für eine offene Debattenkultur, in der Argumente für sich selbst sprechen müssten. Gauweiler hat in der Vergangenheit bereits Anträge der Linken unterstützt und erklärt, er würde auch mit der AfD zusammenarbeiten, sofern deren Vorschläge sachlich vertretbar seien.
Sein Konzept geht über klassische Bündnisse hinaus: Sollte eine Kooperation mit den Freien Wählern scheitern, könnte die CSU seiner Meinung nach auch allein außerhalb Bayerns antreten. Gemeinsame Listen – etwa eine Allianz aus Freien Wählern und CSU – würden kleineren Parteien helfen, die Fünf-Prozent-Hürde zu überwinden und in Parlamente einzuziehen.
Gauweilers Strategie zielt darauf ab, die bürgerlich-konservative Politik neu auszurichten, indem er Bündnisse erweitert und Ausschlussmechanismen vermeidet. Sein Ansatz könnte die Art und Weise verändern, wie die CSU künftig in Bayern und bundesweit in den Wahlkampf zieht. Nun muss sich der Vorschlag der Prüfung durch Parteispitzen und potenzielle Bündnispartner stellen.






