Gastgewerbe in Offenbach: NGG fordert mehr Ausbildungsplätze gegen Fachkräftemangel
Lukas LehmannGastgewerbe in Offenbach: NGG fordert mehr Ausbildungsplätze gegen Fachkräftemangel
Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fordert mehr Ausbildungsplätze im Offenbacher Gastgewerbe
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat die Gastronomie- und Hotelbranche in Offenbach aufgefordert, die Ausbildungsmöglichkeiten für junge Arbeitnehmer deutlich auszubauen. Der Appell erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Personalengpässe und Kritik an schlechten Arbeitsbedingungen in der Branche. Nach Ansicht der Gewerkschaft könnten bessere Bezahlung und attraktivere Ausbildungsbedingungen das Problem entschärfen.
Hendrik Hallier, Geschäftsführer der NGG Rhein-Main, betonte die Notwendigkeit, die Rahmenbedingungen für Auszubildende deutlich zu verbessern. Er wies Vorwürfe zurück, wonach Ausbildungsstellen unbesetzt blieben, und machte stattdessen das schlechte Image des Sektors für die Probleme verantwortlich. „Bessere Löhne, geregelte Arbeitszeiten und eine höhere Ausbildungsqualität würden die Gewinnung von Nachwuchskräften deutlich erleichtern“, so Hallier.
Aktuelle Zahlen untermauern diese Bedenken: Nur 16 Prozent der gastgewerblichen Betriebe in Deutschland bieten überhaupt Ausbildungsplätze an – das ist die niedrigste Quote aller Branchen. Zum Vergleich: Im Lebensmittel- und Getränkegewerbe bilden 48 Prozent der Unternehmen aus. Zudem zeigt der Ausbildungsreport des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), dass Auszubildende in den Berufen Hotelfachmann, Koch und Köchin ihre Programme zu den schlechtesten in der beruflichen Bildung zählen.
Die NGG warnt vor einer „Ausbildungsmüdigkeit“ vieler Betriebsleiter im Gastgewerbe. Durch mangelnde Investitionen in die Personalentwicklung verschärften sie den Fachkräftemangel selbst. Hallier unterstrich, dass eine hochwertige Ausbildung der beste Weg sei, um langfristig qualifizierte Arbeitskräfte zu sichern.
Der Vorstoß der NGG für bessere Ausbildungsbedingungen reiht sich in die anhaltende Debatte über den Fachkräftemangel in der Gastronomie ein. Angesichts geringer Zufriedenheit unter Auszubildenden und der geringen Bereitschaft der Betriebe, Ausbildungsplätze anzubieten, wächst der Druck auf die Branche, grundlegende Reformen umzusetzen. Die Gewerkschaft ist überzeugt: Attraktivere Arbeitsbedingungen könnten mehr Bewerber anziehen und die Personalbeschaffung deutlich erleichtern.






