Gabriele Stötzer: Eine mutige Künstlerin zwischen Widerstand und Anerkennung
Luisa LangeGabriele Stötzer: Eine mutige Künstlerin zwischen Widerstand und Anerkennung
Gropius Bau zeigt große Einzelausstellung der Künstlerin Gabriele Stötzer
Der Berliner Gropius Bau präsentiert derzeit eine umfassende Retrospektive der Künstlerin Gabriele Stötzer unter dem Titel „Gabriele Stötzer: Da sein und nicht schweigen“. Die Schau umfasst rund 150 Werke und ist noch bis zum 6. Dezember zu sehen. Für August ist zudem eine besondere Dachperformance geplant.
Stötzer machte in der DDR erstmals als Aktivistin auf sich aufmerksam. 1977 wurde sie für ein Jahr inhaftiert, nachdem sie eine Petition gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann unterzeichnet hatte. Im Gefängnis vertrieb sie sich die Zeit damit, Strumpfhosen zu nähen.
Ihr Widerstand hielt auch in späteren Jahren an: 1989 besetzte sie die Stasi-Kreisverwaltung in Erfurt. Zudem gehörte sie zu den Mitbegründerinnen der Erfurter Künstlerinnengruppe und festigte so ihren Ruf als mutige Kulturfigur.
Mit 73 Jahren wehrt sich Stötzer dagegen, lediglich als „DDR-Künstlerin“ wahrgenommen zu werden. Ihre Karriere erstreckt sich über Jahrzehnte, und ihr Einfluss ist ungebrochen. Im Herbst wird sie mit dem Goslarer Kaiserring ausgezeichnet, einer der renommiertesten Kunstpreise Deutschlands.
Die Ausstellung würdigt ihr umfangreiches Schaffen und ihre anhaltende Wirkung. Die bevorstehende Performance auf dem Museumsdach wird einen weiteren markanten Moment in ihrer Laufbahn setzen. Preis und Ausstellung bestätigen ihren Status als eine der prägendsten Stimmen der zeitgenössischen Kunst.






