13 April 2026, 02:06

Fünf neue Traditionen im deutschen Kulturerbe-Verzeichnis aufgenommen

Schwarzes und weißes Foto einer Stadtstraße in Windisch Feststritz, Deutschland, mit Gebäuden, Bäumen, Menschen, Wagen und einem Himmel im Hintergrund.

Fünf neue Traditionen im deutschen Kulturerbe-Verzeichnis aufgenommen

Fünf weitere Traditionen sind in das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Deutschland aufgenommen worden. Die Liste umfasst nun 173 lebendige kulturelle Praktiken, die im ganzen Land bewahrt werden. Vertreter der Behörden betonten, wie diese Bräuche den Alltag prägen und zur kollektiven Identität beitragen.

Die neuen Eintragungen umfassen eine Mischung aus regionalen und bundesweiten Traditionen. Die Straßenfußballkultur, lokal als Bolzplatzkultur bekannt, wurde ebenso aufgenommen wie das Handwerk der Maßschneiderei (Herrenschneiderhandwerk). Auch die Martinsumzüge im Rheinland, die Schaustellerkultur auf Volksfesten sowie der kleinteilige Küstenfischfang in der Ostsee und den Boddengewässern fanden Anerkennung.

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Vorschläge für die Aufnahme werden zunächst an das Fachkomitee Immaterielles Kulturerbe der Deutschen UNESCO-Kommission gerichtet. Jeder Antrag durchläuft ein detailliertes Auswahlverfahren, bevor er genehmigt wird. Das nationale Verzeichnis konzentriert sich auf kreative, inklusive und sich weiterentwickelnde Kulturformen – nicht auf starre Traditionen.

Katharina Binz, Präsidentin der Kultusministerkonferenz und Familienministerin von Rheinland-Pfalz, unterstrich, dass immaterielles Kulturerbe dann gedeiht, wenn sich Gemeinschaften aktiv einbringen. Christoph Wulf, Vizepräsident der Deutschen UNESCO-Kommission, ergänzte, dass geteiltes Wissen und gemeinschaftliches Engagement diese Praktiken ausmachen. Wolfram Weimer, der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, bezeichnete das immaterielle Erbe als die "lebendige Wurzel" moderner kultureller Identität.

Deutschland trat 2013 dem UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes bei. Das Abkommen, das 2003 in Paris verabschiedet wurde, zählt mittlerweile 185 Mitgliedstaaten. Das nationale Verzeichnis spiegelt das Engagement des Landes wider, Traditionen zu bewahren, die sich im Laufe der Zeit anpassen und weiterentwickeln.

Mit der aktualisierten Liste steigt die Zahl der in Deutschland anerkannten immateriellen Kulturformen auf 173. Die Traditionen reichen von lokalen Festen bis zu handwerklichen Fertigkeiten – alle werden durch das Engagement der Gemeinschaften lebendig gehalten. Die Verantwortlichen rufen weiterhin dazu auf, sich aktiv an der Pflege dieser kulturellen Ausdrücke zu beteiligen.

Quelle