Frauen prägen Apotheken – doch Lohnlücke von 16 Prozent bleibt ungelöst
Lukas LehmannFrauen prägen Apotheken – doch Lohnlücke von 16 Prozent bleibt ungelöst
Frauen dominieren den Apothekensektor in Deutschland – doch der Lohnunterschied bleibt
Im Jahr 2024 stellen Frauen fast 90 Prozent der Beschäftigten in deutschen Apotheken. Trotz ihrer starken Präsenz klfft jedoch eine geschlechtsspezifische Lohnlücke von 16 Prozent: Sie verdienen im Schnitt 4,10 Euro weniger pro Stunde als Männer in vergleichbaren Positionen. Branchenvertreter fordern nun mehr Anerkennung und bessere Arbeitsbedingungen, um die seit Langem bestehenden Ungleichheiten zu beheben.
Seit über einem Jahrzehnt ist die Belegschaft in deutschen Apotheken überwiegende weiblich. 2024 sind 89,2 Prozent aller Mitarbeiter in öffentlichen Apotheken Frauen – ihre Zahl stieg von 139.000 im Jahr 2005 auf heute 162.000. Noch höher ist der Frauenanteil in spezifischen Berufen: 96,6 Prozent der Pharmazeutisch-technischen Assistentinnen (PTA) und 97,5 Prozent der Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten (PKA) sind weiblich. Auch unter den approbierten Apothekerinnen liegt der Anteil bei 74,1 Prozent, während 74,8 Prozent der Pharmaziestudierenden im Praktikum (PhiP) Frauen sind.
Tanja Kratt, Bundesvorstandsmitglied der Apothekergewerkschaft Adexa, betont, dass Frauen in Apotheken zentrale Aufgaben übernehmen: Sie beraten Patienten, sichern die Arzneimitteltherapie und organisieren den Betriebsablauf. Dennoch besteht trotz dieser Schlüsselfunktion weiterhin eine Lohnungleichheit zwischen den Geschlechtern.
Zum Internationalen Frauentag 2024 forderte Adexa dringende Reformen. Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen gehören die Erweiterung der Kompetenzen für PTAs, flexiblere Arbeitszeiten und die Förderung von Teilzeitmodellen. Angesichts des Fachkräftemangels – 95 Prozent der Apotheken melden Personalengpässe – gelten diese Anpassungen als unverzichtbar. Ziel ist es, berufliche Anforderungen besser mit privaten Verpflichtungen zu vereinbaren, da Frauen nach wie vor den Großteil der Kinderbetreuung, Hausarbeit und Pflegeaufgaben tragen.
Die Reformbestrebungen zielen darauf ab, die 16-prozentige Lohnlücke zu schließen und die Arbeitsbedingungen für Frauen in Apotheken zu verbessern. Flexiblere Regelungen und eine größere Wertschätzung ihrer Leistungen könnten helfen, den Personalmangel zu lindern und die Arbeitsbelastung gerechter zu verteilen. Bis dahin bleibt der Sektor jedoch stark von weiblichen Beschäftigten abhängig – sie bilden weiterhin das Rückgrat des Apothekenbetriebs.






