Frankfurts Paradieshof bekommt eine zweite Chance – Kultur und Wohnen im Fokus
Emilia SchmittFrankfurts Paradieshof bekommt eine zweite Chance – Kultur und Wohnen im Fokus
Frankfurts lang leer stehendes Paradieshof-Gebäude könnte bald eine neue Bestimmung erhalten, denn die Stadt startet ein neues Vergabeverfahren. Das seit 2008 ungenutzte Areal war Schauplatz mehrerer gescheiterter Revitalisierungsversuche, darunter ein abgebrochener Architekturwettbewerb für eine Veranstaltungsstätte. Nun setzen die Verantwortlichen auf eine gemischte Nutzung mit kulturellen, Wohn- und Gewerbeelementen, um dem Standort neues Leben einzuhauchen.
Die Stadt hatte den Paradieshof 2010 im Rahmen des städtebaulichen Sanierungsprogramms Alt-Sachsenhausen erworben. Das in den 1960er-Jahren errichtete Gebäude diente früher als Gästehaus, Wohnblock und Nachtclub. Trotz früherer Initiativen – etwa eines konzeptionellen Prozesses unter Leitung der European School of Design – fand sich bisher keine nachhaltige Lösung.
Das neue Vergabeverfahren, das am 20. Mai beginnen soll, legt Wert auf eine vielfältige Nutzung. Bewerber müssen Konzepte vorlegen, die Ateliers für Künstler, Veranstaltungsflächen und öffentliche Galerien mit Wohn- und Gewerbeeinheiten verbinden. Ziel ist es, die urbane Kreativität zu fördern und gleichzeitig eine harmonische Einbindung in das Umfeld – insbesondere rund um den Paradiesplatz – zu gewährleisten.
Um die Entwicklung anzureizen, hat die Stadt eine mögliche Förderung von bis zu 4,5 Millionen Euro bewilligt, vorausgesetzt, die Mieten bleiben bezahlbar. Vor dem offiziellen Start des Verfahrens wird ein öffentlicher Aufruf zur Teilnahme veröffentlicht; die Unterlagen sind dann auf den Websites der Stadt und des Amts für Bau und Immobilien abrufbar. Auch politische Unterstützung für einen stärkeren Kulturbezug hat die Ausrichtung des Projekts geprägt.
Gelingt die Umgestaltung, könnte der Paradieshof zu einem lebendigen Kultur- und Begegnungsort werden. Die Vorgaben für eine gemischte Nutzung und die finanziellen Anreize zeigen, wie entschlossen die Stadt ist, den seit Jahren brachliegenden Standort zu beleben. Die nächsten Schritte hängen von den eingereichten Vorschlägen ab, sobald das Verfahren im Mai offiziell beginnt.