Flughafen Kassel-Calden: Vom Millionenprojekt zur chronischen Kostenfalle
Emilia SchmittFlughafen Kassel-Calden: Vom Millionenprojekt zur chronischen Kostenfalle
Flughafen Kassel-Calden: Vom ehrgeizigen Projekt zur finanziellen Belastung
Der Flughafen Kassel-Calden wurde 2013 mit großen Plänen eröffnet, um Nordhessen an das europäische Luftverkehrsnetz anzubinden. Mehr als ein Jahrzehnt später kämpft die Anlage mit hohen Verlusten, spärlichem Flugbetrieb und fehlenden langfristigen Bindungen von Fluggesellschaften. Angesichts weiter steigender Kosten stellen Kritiker inzwischen die Zukunft des Flughafens infrage.
Für 270 Millionen Euro erbaut, sollten im ersten Jahr 324.000 Passagiere und 1.700 Tonnen Fracht abgefertigt werden. Stattdessen erhielt der Flughafen bald den Spitznamen "Chaos-Airport", nachdem es nicht gelang, planmäßige Linienverbindungen zu etablieren. 2024 verzeichnete er lediglich 23.320 Starts und Landungen mit 82.953 Passagieren – im Schnitt nur 7,1 Passagiere pro Flug.
Versuche, Fluggesellschaften anzulocken, scheiterten immer wieder. Erst im vergangenen Jahr hatte Fischer Air Urlaubsflüge versprochen, entpuppte sich später jedoch als unseriös und nahm nie den Betrieb auf. Die geringe Einzugsregion und die Nähe zum Großflughafen Frankfurt machen reguläre Verbindungen für Airlines unwirtschaftlich. In der Folge verzeichnet der Flughafen derzeit jährliche Verluste von rund fünf Millionen Euro, die sich das Land Hessen, der Landkreis und die Stadt Kassel sowie die Gemeinde Calden teilen.
Die Grünen im hessischen Landtag haben nun vorgeschlagen, den Flughafen zu einem reinen Allgemeinflugplatz herabzustufen. Damit soll die finanzielle Belastung verringert werden, die Schätzungen zufolge bis zu zwölf Millionen Euro pro Jahr betragen könnte. Die öffentliche Meinung bleibt derweil tief gespalten: In sozialen Medien toben hitzige Debatten zwischen Befürwortern des Projekts und denen, die eine Schließung fordern.
Der Flughafen Kassel-Calden arbeitet weiterhin weit unter den ursprünglichen Prognosen. Ohne Linienflüge oder eine klare Perspektive auf Rentabilität bleibt die finanzielle Last für die kommunalen Träger bestehen. Der Vorstoß, ihn zu einem kleineren Flugplatz umzuwidmen, spiegelt den wachsenden Druck wider, die steigenden Kosten in den Griff zu bekommen.






