Europas Graphit-Revolution: Sauberer, effizienter und unabhängig von Asien
Emilia SchmittEuropas Graphit-Revolution: Sauberer, effizienter und unabhängig von Asien
Neues Forschungsprojekt will Graphitproduktion in Europa mit saubereren und effizienteren Methoden revolutionieren
Die Initiative USE-G, die mit 1,7 Millionen Euro gefördert wird, zielt darauf ab, den Einsatz gefährlicher Chemikalien zu verringern und den Energieverbrauch bei der Verarbeitung von Batteriematerialien zu senken. Graphit, ein entscheidender Bestandteil von Lithium-Ionen-Batterien, wird derzeit vor allem in China und anderen asiatischen Märkten produziert.
Das auf drei Jahre angelegte Projekt vereint mehrere wichtige Partner. Die Friedrich-Schiller-Universität Jena entwickelt ein chlorbasiertes Reinigungsverfahren für Graphit bei hohen Temperaturen. Dieser Ansatz verzichtet auf die gefährliche Flusssäure und benötigt weniger Energie als herkömmliche thermische Reinigungsmethoden.
Dr. Martin Oschatz leitet die Forschung, die sich auf die Verbesserung der Sicherheit und Nachhaltigkeit des Prozesses konzentriert. Gleichzeitig stellt Northern Graphite natürliches Graphit bereit und übernimmt das Mahlen, Formen und Testen der Materialien für Batterieanwendungen, um die Projektziele zu unterstützen.
Die Rain Carbon Germany GmbH trägt durch die Optimierung von Kohlenstoffbeschichtungstechniken bei. Ihre Arbeit soll die elektrochemische Leistung von Graphit-Anoden steigern und gleichzeitig die Umweltbelastung der Produktion verringern. Ein weiterer Partner, die H.C. Starck Tungsten GmbH, gewinnt Graphit aus der sogenannten "Black Mass" – den Rückständen aus dem Batterierecycling – zurück, um es wieder in den Kreislauf einzuführen.
Langfristiges Ziel des Projekts ist es, einen vollständig in Europa kontrollierten Produktionsprozess für Graphit zu schaffen. Durch die Kombination von natürlichem und recyceltem Graphit wollen die Partner eine sicherere und nachhaltigere Versorgung mit Anodenmaterialien für Lithium-Ionen-Batterien aufbauen.
Die USE-G-Initiative wird hauptsächlich vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie finanziert. Bei Erfolg könnte sie Europas Abhängigkeit von Graphitimporten verringern und gleichzeitig gefährlichen Abfall sowie den Energieverbrauch reduzieren. Die Ergebnisse könnten zudem die Position der Region auf dem Markt für Batteriematerialien stärken.






