17 April 2026, 06:08

Europas Flugbranche setzt auf nachhaltige Kraftstoffe – doch die Herausforderungen wachsen

Grünes Hintergrundbild mit fettem weißem Text, der "netto-null-Emissionen bis 2050" liest.

Europas Flugbranche setzt auf nachhaltige Kraftstoffe – doch die Herausforderungen wachsen

Europas Nutzung nachhaltiger Flugkraftstoffe steigt stark an

In den vergangenen Jahren hat sich der Einsatz nachhaltiger Flugkraftstoffe (Sustainable Aviation Fuel, SAF) in Europa deutlich erhöht. 2024 erreichte der Anteil 2 % – ein deutlicher Anstieg gegenüber nur 0,6 % im Vorjahr. Der Zuwachs erfolgt vor dem Hintergrund strengerer Vorgaben der Regulierungsbehörden, obwohl die Branche vor hohen Kosten und Versorgungsengpässen warnt.

Die Debatte um SAF hat sich weiter zugespitzt, da die durch den Iran-Konflikt gestiegenen Ölpreise auch den Flugkraftstoffmarkt unter Druck setzen und einer genaueren Prüfung unterziehen.

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Die EU hat festgelegt, dass bis 2025 mindestens 2 % des an regionalen Flughäfen getankten Kerosins aus nachhaltigen Quellen stammen müssen. Dieser Wert soll bis 2030 auf 6 % steigen. Eine separate Verordnung schreibt vor, dass synthetische Flugkraftstoffe (eSAF) ab 2030 einen Anteil von 1,2 % am Gesamtkraftstoff ausmachen müssen, der bis 2035 auf 5 % erhöht werden soll.

Die Vereinigung Airlines for Europe (A4E) fordert die Regulierungsbehörden auf, das eSAF-Ziel zu senken, da die begrenzte Verfügbarkeit und die hohen Produktionskosten eine Umsetzung unmöglich machten. Florian Guillermet, Direktor der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA), bestätigte jedoch, dass die eSAF-Vorgabe unverändert bleibe. Gleichzeitig betonte er, Europa sei auf einem guten Weg, das 2 %-Ziel für SAF bis 2025 zu erreichen oder sogar zu übertreffen.

Ein EU-Vertreter unterstützte diese Position und unterstrich die Bedeutung der Einhaltung der Vorgaben. Zwar plant die Europäische Kommission keine Lockerung der eSAF-Anforderungen, räumt aber ein, dass die Bezugsmöglichkeiten und die Erschwinglichkeit für Fluggesellschaften verbessert werden müssten.

Die SAF-Vorgaben der EU bleiben damit unverrückbar – die Behörden bestehen auf deren Umsetzung, trotz Widerstand aus der Branche. Angesichts der Instabilität auf dem Ölmarkt stehen die Airlines in den kommenden Jahren vor der Herausforderung, sich an die verschärften Kraftstoffregeln anzupassen. Nun geht es darum, Umweltziele und wirtschaftliche Realitäten in Einklang zu bringen.

Quelle