Erlangen verbietet "frauenfeindliche" Partyschlager beim Bergkirchweih-Fest
Emilia SchmittErlangen verbietet "frauenfeindliche" Partyschlager beim Bergkirchweih-Fest
Der Stadtrat von Erlangen hat vor dem diesjährigen Bergkirchweih-Volksfest mehrere klassische Partyschlager auf eine schwarze Liste gesetzt. Der Schritt folgt einer Beschwerde einer Frau, die angab, bei vergangenen Veranstaltungen belästigt worden zu sein und sich durch die gespielte Musik unwohl gefühlt zu haben. Die Behörden fordern nun Gastwirte auf, auf Titel zu verzichten, die als „frauenfeindlich“ oder diskriminierend eingestuft werden.
Erstmals aufmerksam wurde die Öffentlichkeit auf das Problem 2021, als der Erlanger Stadtrat – unterstützt von CSU, Linken und SPD – beschloss, Lieder mit „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ beim Fest zu verurteilen. Später erreichte die Stadt über die Nürnberger Nachrichten eine offizielle Beschwerde: Eine Frau schilderte, sie sei belästigt worden und habe sich durch die während der Feiern gespielten Songtexte verunsichert gefühlt.
Die Gleichstellungsbeauftragten der Grünen, Reka Lörincz und Nora Hahn-Hobeck, prüften die umstrittenen Lieder. Ihre Bewertung führte zu einer schwarzen Liste, auf der unter anderem Skandal im Sperrbezirk sowie Titel von Mickie Krause und Peter Wackel stehen. Besonders problematisch gilt Wackels Song Joana – mit der Zeile Du geile Sau – als einer der Hauptkritikpunkte.
Die Stadtverwaltung erwartet in diesem Jahr ein „besonders diskriminierungsfreies“ Bergkirchweih-Fest. Doch Gastwirte zeigen sich skeptisch gegenüber den neuen Vorgaben. Gleichzeitig regt sich Widerstand bei den Künstlern: Peter Wackel behauptete, viele Musiker hätten „null Bock“, in Deutschland aufzutreten, während Jürgen Thurnau von der Spider Murphy Gang die Einschränkungen mit Zensurmaßnahmen wie in der DDR verglich.
Die schwarze Liste gilt – die Organisatoren haben die Lokale zur Einhaltung aufgefordert. Ob die Maßnahmen beim diesjährigen Bergkirchweih zu weniger Beschwerden führen oder weitere Debatten auslösen, bleibt abzuwarten. Fest steht: Sowohl die Stimmung als auch die Playlist des Volksfests könnten sich spürbar verändern.






