Deutsche Luftfahrt kämpft mit Rekordkosten und schwachen Passagierzahlen
Emilia SchmittDeutsche Luftfahrt kämpft mit Rekordkosten und schwachen Passagierzahlen
Deutschlands Luftfahrtbranche ächzt unter finanziellen Belastungen, da die Passagierzahlen weiterhin unter dem Niveau von vor der Pandemie liegen. Im Jahr 2025 fertigten die Flughäfen 219,8 Millionen Reisende ab – 12,4 Prozent weniger als im Rekordjahr 2019. Steigende Kosten und wechselnde politische Vorgaben verschärfen die Krise der Branche zusätzlich.
Drei Faktoren belasten die Luftfahrt besonders: explodierende Kerosinpreise, höhere Ticketsteuern und eine schwache Konjunktur. Seit Dezember 2022 haben sich die Treibstoffkosten mehr als verdoppelt und machen mittlerweile 20 bis 30 Prozent der Betriebsausgaben der Airlines aus. Die Lufthansa rechnet allein in diesem Jahr mit zusätzlichen Kraftstoffkosten von 1,7 Milliarden Euro.
Im Mai 2024 erhöhte Deutschland die Luftverkehrsabgabe um 19,4 Prozent, was die Airlines weiter in Bedrängnis brachte. Mittlerweile hat die Bundesregierung jedoch eine Senkung der Abgabe um 16,1 Prozent vorgeschlagen – eine Teilrücknahme des Anstiegs. Die AfD geht noch weiter und fordert die komplette Abschaffung der Steuer bis zum 1. Dezember 2024. Um die Mindereinnahmen auszugleichen, sollen Mittel aus dem Verkehrsinfrastrukturetats umgeschichtet werden, darunter für die Sanierung von Straßen, Brücken und Häfen.
Vor diesem Hintergrund droht die für Juni geplante „Nationale Luftfahrtstrategie“, die Bundeswirtschaftsminister Friedrich Merz auf der Berliner Luftfahrtschau (ILA) vorstellen will, keine nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit für den Standort Deutschland zu schaffen. Die Probleme der Branche spiegeln sich auch international wider: So meldete die US-Fluggesellschaft Spirit Airlines im Mai 2023 nach 62 Jahren Insolvenz an** – als Opfer der finanziellen Belastungen.
Zwischen widersprüchlicher Politik und steigenden Kosten sucht die deutsche Luftfahrt nach Lösungen. Zwar erholen sich die Passagierzahlen langsam, doch das Niveau von 2019 bleibt in weiter Ferne. Die geplanten Steuersenkungen und Haushaltsumschichtungen zeigen, wie die Regierung versucht, die finanziellen Spannungen abzufedern – auf Kosten anderer Verkehrsprojekte.






