08 May 2026, 10:07

Deutsche Logistikbranche kämpft um Überleben – jedes vierte KMU droht die Pleite

Balkendiagramm mit der Bezeichnung "Globaler Containerfrachtindex", das die jährlichen Containerfrachten mit unterschiedlichen Balkenhöhen zeigt.

Deutsche Logistikbranche kämpft um Überleben – jedes vierte KMU droht die Pleite

Deutschlands Transport- und Logistikbranche steht unter wachsendem finanziellen Druck

Die Transport- und Logistikbranche in Deutschland kämpft mit steigenden Kosten und schrumpfenden Gewinnen – die finanzielle Belastung nimmt immer weiter zu. Wie aus einem aktuellen Bericht des Kreditversicherers Atradius hervorgeht, ist mittlerweile jedes vierte kleine und mittlere Unternehmen in der Branche von der Pleite bedroht. Die Aussichten haben sich zusätzlich verschlechtert, bedingt durch globale Spannungen und explodierende Spritpreise.

Die wirtschaftliche Lage vieler Transport- und Logistikunternehmen in Deutschland hat sich im vergangenen Jahr weiter verschärft. Hohe Dieselpreise, hohe Vorfinanzierungskosten und schmale Gewinnspannen setzen die Betriebe unter Druck – besonders betroffen sind kleinere Speditionen. Viele Firmen müssen den Treibstoff im Voraus bezahlen, warten jedoch bis zu 60 Tage auf die Zahlungen ihrer Kunden, was zu massiven Liquiditätsengpässen führt.

Die Insolvenzzahlen in der Branche sind bereits gestiegen: 2024 meldeten 469 Logistikunternehmen Insolvenz an – ein Anstieg um 5,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Atradius prognostiziert für 2025 sogar einen Rückgang des Sektors um 2,1 Prozent und korrigiert damit frühere Wachstumserwartungen nach unten.

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Auch weltweit steht die Transport- und Logistikbranche unter Druck. Die Wachstumsprognose für 2025 wurde von 3,1 auf 2,4 Prozent gesenkt, vor allem wegen der anhaltenden Spannungen im Nahen Osten. Sollten die Störungen in der Straße von Hormus länger als sechs Monate anhalten, könnte das globale Wachstum vollständig zum Erliegen kommen.

Zusätzlich belastend wirken sich die steigenden Energiepreise aus, die kurz- bis mittelfristig zu einem Anstieg der Lebensmittelpreise um bis zu zehn Prozent führen könnten. Atradius kritisiert die bisherigen Hilfsmaßnahmen der Bundesregierung für den Sektor als unzureichend, um die sich verschärfende Krise wirksam zu bekämpfen.

Die deutsche Transport- und Logistikbranche steht vor einem schwierigen Jahr. Mit steigenden Insolvenzzahlen, schrumpfenden Gewinnen und wachsenden Risiken im Welthandel blicken viele Unternehmen einer ungewissen Zukunft entgegen. Ohne stärkere staatliche Unterstützung könnte sich der Abwärtstrend in den kommenden Monaten weiter verschärfen.

Quelle