Deutsche Bahn startet neue Programme – doch Pünktlichkeit bleibt ein Traumziel bis 2029
Luisa LangeDeutsche Bahn startet neue Programme – doch Pünktlichkeit bleibt ein Traumziel bis 2029
Deutsche Bahn startet drei neue Programme zur Verbesserung der Fahrgasterfahrung
Die Deutsche Bahn hat drei neue Initiativen gestartet, um das Reiseerlebnis in ihrem gesamten Netz zu verbessern. Die Maßnahmen zielen auf saubere Bahnhöfe, komfortablere Fernreisen und klarere Informationen bei Störungen ab. Dennoch schließt der Konzernchef schnelle Lösungen für die seit langem bestehenden Pünktlichkeitsprobleme aus.
Auch Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hat sich zu Wort gemeldet und den aktuellen Zustand der Bahn als potenzielle Gefahr für die Demokratie bezeichnet. Seine Äußerungen fielen im Zusammenhang mit der Festlegung eines neuen Pünktlichkeitsziels für 2029 – ein Wert, der deutlich unter den bisherigen Ambitionen liegt.
Im frühen Jahr 2025 kamen die Fernzüge der Deutschen Bahn nur zu 60 Prozent pünktlich an. Diese Quote entsprach der des Vorjahres, ohne Anzeichen einer Besserung. Für die Verspätungen wurden extreme Winterwetterbedingungen, marode Infrastruktur und flächendeckende Bauarbeiten verantwortlich gemacht – ein Phänomen, das Beamte als Baustellen-Paradoxon bezeichnen.
Die Bahnchefin Evelyn Palla machte deutlich, dass sich die Pünktlichkeit in naher Zukunft nicht verbessern werde. Sie nannte veraltete Systeme und überlastete Kapazitäten als Hauptgründe. Unterdessen treibt die Regierung mit ihrer "Agenda für zufriedene Kunden" drei Sofortmaßnahmen voran: Diese konzentrieren sich auf die Sauberkeit der Bahnhöfe, bessere Fahrgastinformationen bei Verspätungen und mehr Komfort im Fernverkehr.
Minister Schnieder zeigte sich unmissverständlich zu früheren Zusagen: Das alte Ziel von 75 bis 80 Prozent Pünktlichkeit bis 2027 bezeichnete er als unrealistisch. Stattdessen setzte er ein bescheideneres Ziel: 70 Prozent pünktliche Ankünfte bis 2029. Für 2026 erwartet die Deutsche Bahn bestenfalls eine Stagnation der Pünktlichkeitsquote auf dem Niveau der letzten Jahre – also bei etwa 60 Prozent.
Extremwetter im Januar und Februar 2025 verschärfte die Probleme, doch Betreiber betonten, dass tiefgreifende strukturelle Defizite weiterhin ungelöst seien. Die neuen Maßnahmen sollen zwar die Unzufriedenheit der Fahrgäste lindern, die Züge selbst werden dadurch aber nicht schneller.
Die aktuellen Programme der Bahn werden im Rahmen des Regierungsplans für Kundenzufriedenheit umgesetzt. Während Bahnhöfe und Dienstleistungen schrittweise verbessert werden dürften, ist vor 2029 kaum mit einer Steigerung der Pünktlichkeit zu rechnen. Reisende müssen sich vorerst auf dieselben Verspätungsquoten wie 2024 und 2025 einstellen – wenn auch mit klareren Informationen, aber ohne schnellere Fahrten.






