Der Schnurrbart feiert ein überraschendes Comeback – von Hollywood bis TikTok
Maximilian KrauseIst der Schnurrbart jetzt in Mode oder nicht? - Der Schnurrbart feiert ein überraschendes Comeback – von Hollywood bis TikTok
Barttrends stehen seit einigen Jahren im Mittelpunkt – und der Schnurrbart erlebt ein überraschendes Comeback. Von den roten Teppichen Hollywoods bis zu den TikTok-Feeds hat sich der Stil weit über seine Wurzeln in den 1980er-Jahren hinaus zu einem Symbol moderner Selbstinszenierung entwickelt. Jüngere Generationen, geprägt von queeren Subkulturen und ironischer Mode, feiern heute alles – von hauchdünnen Strichen bis zu üppigen Hängebart-Locken.
Die 1980er waren die Hochphase des Chevron-Schnurrbarts, einer dicken, geraden Variante, die zum Markenzeichen des Jahrzehnts wurde. Doch die heutige Renaissance ist anders. In den letzten fünf Jahren haben die Generation Z und jüngere Millennials eine Nischen-Rückkehr vorangetrieben, inspiriert von Serien wie Wednesday und Agatha All Along sowie TikTok-Influencern wie Zach Yadegari. Der Trend verbindet heute retroästhetische Elemente mit genderfluidem Styling und löst sich von traditionellen Männlichkeitsbildern.
Bei den Oscars 2026 rückte die Gesichtsbehaarung in den Fokus: Leonardo DiCaprios Schnurrbart gehörte zu den meistdiskutierten Looks des Abends, während Timothée Chalamet sich für einen zarten Stift-Schnurrbart entschied. Michael B. Jordan trug dagegen einen Ankerbart, während Pedro Pascals unerwartet glatt rasiertes Erscheinungsbild die Fans überraschte. Ethan Hawkes Henri-quatre – ein Ziegenbart, der nur den Mund rahmte – setzte noch einen weiteren Akzent in dieser Trendwelle.
Auch Popstars wie Benson Boone haben den Look übernommen und unterstreichen damit seine Anziehungskraft über Geschlechter und sexuelle Orientierungen hinweg. Harry Styles, bekannt für seinen wandelbaren Stil, wechseln zwischen glatt rasiert und lässigem Bartwuchs – für ihn ein Teil künstlerischer Selbstexpression. Selbst Ewan McGregors akkurat gestutzter Vollbart spiegelt die breite kulturelle Akzeptanz vielfältiger Pflege- und Stilentscheidungen wider.
Die Rückkehr des Schnurrbarts steht für mehr als nur einen Modetrend – sie spiegelt veränderte Einstellungen zu Identität und Ästhetik. Während soziale Medien und Popkultur die Entwicklungen prägen, bleibt Gesichtsbehaarung eine flexible Form der Selbstinszenierung. Ob auffällig oder dezent: Ihre wachsende Anerkennung zeigt, wie Stilentscheidungen heute alte Klischees hinter sich lassen.






